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Häufige Probleme im Bewerbungsprozess bei Frauen

Häufige Probleme im Bewerbungsprozess bei Frauen
geschrieben von Alexandra Döll

Auf einige der im Folgenden genannten Probleme sind sicherlich auch schon eine Reihe männlicher Bewerber gestoßen, aber es ist auffällig, dass gerade Frauen, vor allem, wenn Sie sehr gut qualifiziert sind, immer wieder auf die gleichen Probleme bei Stellensuche und Bewerbungen stoßen. Wie Sie als Bewerberin manchen Dingen begegnen können, lesen Sie im folgenden Artikel.

Oft entsteht der Eindruck, dass Frauen es in mancherlei Hinsicht nur verkehrt machen können – unverheiratete Frauen oder Frauen, die zwar verheiratet sind, aber keine Kinder haben, werden manchmal geringschätzig und mit unangemessenen Fragen im Vorstellungsgespräch behandelt – umgekehrt werden Frauen, die Kinder haben, jedoch ebenso vorurteilsbehaftet behandelt, so als wenn man einer Mutter keine hochqualifizierten Aufgaben mehr zutrauen könne.

Frauen und technische Berufe

Einerseits wird in den Medien beklagt, dass sich zu wenige Frauen für technische Berufe bzw. Handwerksberufe wie Ingenieurin, Kfz-Mechatronikerin, Schreinerin etc. interessieren, andererseits wird es aber Bewerberinnen, die sich für einen technischen oder Handwerksberuf interessieren, vielfach schwer gemacht, dort Fuß zu fassen.

Nicht nur männliche Personalchefs gehen oft davon aus, dass Frauen weniger belastbar seien und sowieso über kurz oder lang aus dem Berufsleben ausscheiden, um sich der Kindererziehung zu widmen – auch viele Geschlechtsgenossinnen in leitender Position behandeln Bewerberinnen in technischen oder handwerklichen Berufen oftmals eher geringschätzig und mit den o. g. Vorurteilen, auch wenn sie selbst aufgrund ihrer beruflichen Laufbahn diese Vorurteile bereits widerlegt haben.

Umgekehrt werden Männer, die sich bewusst für einen “Frauenberuf” entscheiden, wie etwa Grundschullehrer, Erzieher, Sekretär oder Krankenpfleger, ebenfalls mit großer Skepsis betrachtet und behandelt.

Frauen und das Äußere

Bei Männern wird über vermeintliche Schönheitsfehler wie Übergewicht, Glatzenbildung etc. meist noch hinweg gesehen, während Frauen in allem perfekt sein sollen.

Diese Perfektion bezieht sich natürlich ebenfalls auf äußere Attribute – Gesicht, Figur, Frisur, Kleidung. Frauen erhalten in Vorstellungsgesprächen häufig negative Rückmeldungen, wenn in den Augen des Personalers irgendetwas am Äußeren der Bewerberin in seinen Augen nicht stimmt.

Wenn jemand beispielsweise Ihre Kleidung im Vorstellungsgespräch für nicht branchenangemessen hält oder sich darüber mokiert, dass Sie lediglich preiswerte Kleidung tragen, können Sie es wie eine Bewerberin aus Essen halten und ganz ruhig sagen: “Es kommt doch nicht auf die Kleidung an – sondern auf das, was drin steckt!” Normalerweise nehmen Sie mit einer solchen Antwort dem Personalverantwortlichen direkt den Wind aus den Segeln, denn normalerweise sollten wirklich Ihre Fachkompetenz und Ihr Benehmen gegenüber Kunden im Vordergrund stehen und nicht allein Ihr Äußeres.

Im Übrigen zeugt es nicht gerade von gutem Benehmen und Taktgefühl Ihres Gesprächspartners, wenn er Ihnen im Gespräch ständig Ihre vermeintlichen Schönheitsfehler unter die Nase reibt, denn dies ist in einem Vorstellungsgespräch normalerweise zweitrangig. Es nützt der Firma nichts, wenn Sie zwar wie ein Model aussehen, aber es nachher Kundenbeschwerden hagelt, weil Sie nur wenig Ahnung von Ihrem Fachgebiet und vom Umgang mit Menschen haben.

Bewerberinnen mit guter Qualifikation

In den Massenmedien wird zwar stets behauptet, dass eine gute Qualifikation vor Arbeitslosigkeit und vor dem Hartz IV-Bezug schützt, aber dem ist keineswegs so. Viele gut qualifizierte Bewerber, sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts, stehen mittlerweile ebenso vor dem Problem der Langzeitarbeitslosigkeit.

Hinzu kommt, dass gut qualifizierte Frauen, je nach Unternehmen und auch nach Wirtschaftsregion, oft mit einer gewissen Skepsis betrachtet und gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden, obwohl sie gut qualifiziert und berufserfahren sind. Dies ist oftmals den Vorurteilen geschuldet, dass Frauen weniger belastbar seien und sich nachher ohnehin nur noch um Mann und Kind(er) kümmern, auch wenn der bisherige berufliche Werdegang ganz etwas anderes aussagt.

So ärgerlich Absagen oder Nichtreaktionen von Unternehmen sind: Dann war es vermutlich auch nicht die richtige Firma für Sie, wenn man es noch nicht einmal für nötig hält, überhaupt auf Ihre Bewerbung zu reagieren bzw. Sie zu einem Gespräch einzuladen, in dem Sie hätten überzeugen können.

Bildnachweis: agnormark / Adobe Stock

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Alexandra Döll