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Die Bedeutung des Bewerbungsfotos

Die Bedeutung des Bewerbungsfotos
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geschrieben von Alexandra Döll

Die Beifügung eines Bewerbungsfotos ist seit Inkrafttreten des AGG im Jahr 2006 nicht mehr zwingend notwendig. Wenn Sie dennoch ein Foto Ihren Bewerbungsunterlagen hinzufügen möchten, lesen Sie hier, was dabei zu beachten ist.

Seit Inkrafttreten des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) ist die Beifügung eines Bewerbungsfotos zu den eigenen Unterlagen nicht mehr zwingend erforderlich. Obwohl der Verzicht auf die Beifügung eines Fotos in vielen Ländern bereits üblich ist (z. B. USA, Großbritannien, Niederlande), setzt sich dieses Prinzip in Deutschland eher langsam durch. Einige Unternehmen verlangen nach wie vor explizit in ihrer Stellenausschreibung ein Lichtbild des Bewerbers.

Warum Verzicht auf Bewerbungsfotos in anderen Ländern?

Der Hintergrund liegt darin, dass Personalentscheider nicht in ihrer Entscheidung für oder gegen einen Kandidaten aufgrund von äußerlichen Präferenzen wie Haar- und Augenfarbe, Brille, Frisur, Alter, Hautfarbe etc. beeinflusst werden sollen, sondern dass bei der Beurteilung einer Bewerbung ausschließlich formale, fachliche Kriterien Berücksichtigung finden wie Qualifikation, Berufserfahrung, besondere Fähigkeiten, Soft Skills usw.

Kriterien für gute Bewerbungsfotos

Am günstigsten sind Fotos in den Formaten 6 x 8 oder 6 x 9 cm, denn diese Größe wird gemeinhin als besonders angenehm empfunden bei der Sichtung von Bewerbungsunterlagen. Das Foto ist weder so groß wie ein privater Schnappschuss noch verschwindend klein und unauffällig.

Wichtig ist in jedem Fall, einen professionellen Fotografen aufzusuchen, der sich für das Shooting Zeit nimmt und Sie hinsichtlich Styling und Kleidung berät. Manche Fotografen raten sogar, unterschiedliche Outfits, insbesondere Oberteile, mitzubringen, ggf. werden die Farbe des Hintergrunds und das Make-up hierauf entsprechend angepasst. In der Regel besteht die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Aufnahmen das Schönste auszuwählen, auf dem Ihre Persönlichkeit und Ihre Vorzüge besonders gut zur Geltung kommen.

Zusätzlich zu den ausgedruckten Einzelfotos auf hochwertigem Fotopapier – wahlweise glänzend oder matt – erhält der Kunde eine CD, auf der das Bild in elektronischer Form hinterlegt ist, sodass es auch für Online-Bewerbungen verwendet werden kann.

Ob Sie Ihr Bewerbungsfoto lieber in Schwarz-Weiß oder in Farbe möchten, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. In den vergangenen Jahren ging der Trend bei Bewerbungsfotos vorübergehend zu Schwarz-Weiß- oder Sepia-Versionen, diese Tendenz ist jedoch mittlerweile wieder rückläufig.

Mittlerweile zeichnen sich gute Bewerbungsfotos auch dadurch aus, dass sie keinen weißen Rand mehr besitzen, auch wenn es bis ins 21. Jahrhundert noch üblich war, Fotos mit Umrandung bei einer Bewerbung einzureichen.

K. O.-Kriterien bei Bewerbungsfotos

  • Handy-Fotos, egal ob von einer dritten Person aufgenommen oder sogar selbst geschossen.
  • Privatfotos aller Art, auch wenn Sie dort eher seriöse Kleidung wie Anzug mit Krawatte bzw. eine weiße, bürotaugliche Bluse tragen.
  • Ganzkörperaufnahmen. Bei guten Bewerbungsfotos liegt der Fokus auf Ihrem Gesicht und Ihrem Kopf, ansonsten ist hierauf lediglich noch die Hals- und Schulterpartie zu sehen.
  • Fotos in Oberteilen, die für die Branche, in der Sie sich bewerben möchten, entweder zu lässig oder zu konservativ sind. Bei einem Mann, der sich als Bankkaufmann bei einem Geldinstitut bewirbt, ist das Tragen von Anzug und Krawatte durchaus angebracht, bei einem Sozialarbeiter, der sich als Streetworker für Straßenkinder bewirbt, würde dasselbe Outfit eher kontraproduktiv wirken. In letzterem Fall empfiehlt sich eher ein sauberes, qualitativ gutes Hemd oder T-Shirt.
  • Fotos aus Passbildautomaten.
  • Gruppenfotos mit dem Hinweis „2. Reihe, 3. v. l.“. Solche Fotos mögen im besten Fall noch für ein Schmunzeln beim zuständigen Personaler sorgen, in die engere Auswahl kommt der Bewerber jedoch mit einem solchen Bild nicht
  • Fotoserien, die zwar vom Fotografen stammen, aber die eher im Schnellverfahren geschossen wurden und bei denen das Fotopapier häufig von solch minderer Qualität ist, dass das Foto kaum haften bleibt, wenn man es mit speziellem Fotokleber (z. B. von Herma) auf dem Lebenslauf, dem Deckblatt oder dem Kurzprofil – je nach Gusto – anbringen möchte. Die Fixierung von Fotos mit Fotoecken oder Büroklammern ist weniger gern gesehen.

Bildnachweis: allasimacheva / stock.adobe.com

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