Bewerbungsunterlagen

Auf die richige Gestaltung der Bewerbungsmappe kommt es an

Wer auf Job-, Praktikums- oder Ausbildungsplatzsuche ist, kennt das folgende Problem:
Eine gute und ansprechende Bewerbungsmappe muss zusammengestellt werden, aber das ist gar nicht so einfach. Worauf Sie bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe achten sollten, erfahren Sie hier.

Wenn man sich die aktuellen Statistiken verinnerlicht, dann sind die Zahlen nicht gerade motivierend. Berufseinsteiger beispielsweise müssen sich im Schnitt bis zu 50mal schriftlich bewerben, bis Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Viele der verschickten Bewerbungen gehen ungelesen an den Versender zurück oder landen gar direkt im Papierkorb des potentiellen Arbeitgebers. Da stellt man sich berechtigt die Frage, woran das wohl liegen mag.

Oftmals sind es nicht irgendwelche fehlenden Qualifikationen des Bewerbers, sondern schlicht und ergreifend die Aufmachung und Gestaltung der Bewerbungsmappe, die zum Scheitern der Bewerbung führen. Nirgends sonst werden im Bewerbungsverfahren so viele Fehler gemacht, wie bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe.

Das Anschreiben bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe
Wer seinen Traumjob bei der Durchsicht der Vielzahl an Stellenanzeigen auf Internetportalen, in Tageszeitungen oder sonstwo gefunden hat und denkt "das ist mein Job", der sollte sich nicht gleich Hals über Kopf auf diese Stelle bewerben, sondern sich erst einmal ausführlich über den potentiellen Arbeitgeber und die angebotene Stelle informieren. Das ist nicht nur für das spätere mögliche Vorstellungsgespräch wichtig, sondern bereits schon zur Gestaltung der Bewerbungsmappe.

Teil 1 – Der Einstieg:
Auch hier gilt, wie bei der Gestaltung der gesamten Bewerbungsmappe: "Individualität und Herausheben aus der breiten Masse“. Ein Arbeitgeber, der zum Xten Mal ein Anschreiben mit den Worten "Hiermit bewerbe ich mich um…" erhält, wird Ihr Anschreiben nur noch überfliegen – denn hat man eines gelesen, so kennt man alle. Deswegen gilt hier: "Keine Schnarchsätze". Lassen Sie sich etwas einfallen und zeigen Sie dem Arbeitgeber, dass Sie anders, individueller und aufgeweckter sind. Im Anschluss daran stellen Sie dann einen Bezug zu dem her, warum Sie sich auf diese Stelle bei gerade dieser Firma bewerben.

Ausschlaggebend für die Gestaltung und damit letztendlich für die Bewertung der Bewerbungsmappe sind:

  • Das Profil des Bewerbers
  • Das Anschreiben
  • Der Lebenslauf
  • Die Zeugnisse und Qualifikationsnachweise
  • Die Mappe selbst

Das Profil des Bewerbers bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe berücksichtigen 
Oberstes Gebot einer erfolgreichen Bewerbung ist grundsätzlich eine gute Vorbereitung darauf. Es macht keinen Sinn, sich auf eine ausgeschriebene Stelle zu bewerben, wenn man sich selbst nicht im Klaren darüber ist, wo die eigenen Stärken liegen und wo man Defizite hat. Für den Bewerber ist es wichtig zu wissen, wo seine Fähigkeiten und Schwächen liegen und welche besonderen Interessen er hat.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vor der Bewerbung zunächst einmal ein Selbstprofil zu erstellen. Da es oft sehr schwer ist, sich selbst zu beurteilen, kann man hier auch auf Freunde, Familie und Bekannte zurückgreifen und sie bitten, ein Profil über sich zu erstellen. Dieses Profil sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Beschreibung der Persönlichkeit (Charakter, Zuverlässigkeit, Umgang mit anderen usw.)
  • Stärken und Schwächen (z. B.: Humorvoll, leicht reizbar, hektisch, ungeduldig)
  • Kompetenzen (z. B.: Schulabschlüsse, ehrenamtliches Engagement, Vereinstätigkeit)

Viele Schulen führen hier in den letzten beiden Schuljahren sogenannte Berufsvorbereitungsseminare durch, bei denen auch die Sozial- und   Fachkompetenzen ermittelt werden.

Grundsätzliches zur Gestaltung der Bewerbungsmappe
Wer so viel wie möglich über seine Stärken und Schwächen weiß, der wird sich auch bei der Wahl des richtigen Berufs leichter tun als andere. Denn nur wer sich selbst richtig und objektiv einschätzen kann, wird in seinem Bewerbungsbestreben erfolgreich sein, denn überzeugend in einer Bewerbung ist generell immer die Motivation und diese soll durch die Gestaltung der Bewerbungsmappe verdeutlicht werden.

Warum ist die Gestaltung der Bewerbungsmappe so wichtig?
Viele Bewerber machen den Fehler, auf eine "Standardbewerbungsmappe" zurückzugreifen. Das klingt abgedroschen und man kann sich vorstellen, wie ein potentieller Arbeitgeber zu einer Bewerbungsmappe stehen wird, die er zuvor bereits einige Male in der Hand hatte. Eine Bewerbung ist etwas Besonderes und für den Bewerber selbst seine Visitenkarte, die ihm den Weg in das Unternehmen des potentiellen Arbeitgebers ebnen soll.

Dazu muss der Arbeitgeber aber ersteinmal davon überzeugt werden, warum er gerade diesen Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einladen soll. Wer sich über das gewünschte Unternehmen informiert hat, ob in Fachzeitschriften, Firmenflyern oder auf der Internetseite des Unternehmens, der weiß, welche Farben das Unternehmen präsentieren und welchen Schriftstil dieses bevorzugt. Ein Stuckateurbetrieb wird sicherlich auch einen filigranen Schriftstil bevorzugen, wohingegen ein Finanzdienstleister beispielsweise eher auf konventionelle Schriften zurückgreifen wird.

Deswegen kann man bei der Gestaltung des Anschreibens beispielsweise den gleichen oder einen ähnlichen Schriftstil verwenden und auch auf farbliche Akzente in den Farben des Unternehmens zurückgreifen. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand: Der Arbeitgeber oder ein für die Personalauswahl zuständiger Mitarbeiter wird eher dazu geneigt sein, sich ein "Schriftstück" oder eine "Mappe" anzuschauen und zur Hand zu nehmen, die ihm vertraut vorkommt, als eine neutrale eher unbekannte.

Ferner zeigt man dem Arbeitgeber selbst damit, dass man sich mit ihm und seinem Unternehmen in gewisser Weise identifizieren kann und sich dafür auch interessiert. Weiter lohnt es sich vor der Verfassung des Anschreibens bei der betreffenden Firma anzurufen und sich nach dem zuständigen Sachbearbeiter zu erkundigen, wenn dieser aus der Stellenanzeige nicht hervorgeht. Das Anschreiben ist mit einer der wichtigsten Teile der Bewerbung weil es das erste ist, was der Arbeitgeber lesen wird.

Die Formulierung: "Sehr geehrter Damen und Herren"  ist zwar gängige Praxis, wenn man keinen konkreten Ansprechpartner hat, aber gerade bei dem so wichtigen Bewerbungsanschreiben empfiehlt es sich eher, eine Person direkt anzusprechen als diese eher unpersönlich, neutrale Anrede zu verwenden. Ein weiteres wichtiges Detail beim Anschreiben ist es, die korrekte Anschrift der Firma wiederzugeben. Im Regelfall stimmt diese schon, aber Zusätze die zur Firma gehören wie beispielsweise die richtige Firmierung wie GmbH, oder GmbH & Co. KG werden oftmals einfach vergessen. Arbeitgeber werten dies als Unaufmerksamkeit, Leichtsinnigkeit oder aber als Desinteresse.

Als nächstes folgt das korrekte Datum, dass sich im Regelfall im Format TT.Monat.JJJJ (20. April 2010) auf der rechten Seite des Schreibens befindet. Dann folgt die Betreffzeile, die in Fettdruck geschrieben wird. Hier bitte keinen Roman schreiben sondern einen kurzen, knappen und prägnanten Betreff wie: "BEWERBUNG um einen Ausbildungsplatz zum Fluggerätemchaniker". Nach der Anrede folgt dann das eigentliche Anschreiben, das nicht in mehr als insgesamt 3 Teilabsätze aufgesplittet werden sollte.

Der 2. Teil – Der Kern des Anschreibens
Im Kernteil des Anschreibends gilt es, dem Arbeitgeber darzulegen, warum man der Richtige für den ausgeschriebenen Job ist. Es ist nicht so leicht schriftlich darzulegen, warum man von sich glaubt der geeignete Mitarbeiter für die Stelle zu sein. Deswegen ist es, wie im ersten Abschnitt bereits beschrieben wurde, so elementar wichtig, dass man sich selbst und seine Fähigkeiten genau kennt. In diesem Abschnitt müssen Sie die konkreten Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle mit Ihrem selbsterstellten Profil vergleichen und in Einklang bringen und dem Arbeitgeber darlegen, wie sich Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse mit den Anforderungen dieser Stelle vereinen lassen.

Dabei sollten Sie aber darauf achten, dass Sie klare und ausgeschriebenen Sätze formulieren und nicht nur Wortfetzen wie "ich bin engagiert". Auch ist es wenig hilfreich, hier den Text aus der Stellenanzeige einfach abzuschreiben, da der Arbeitgeber selbst kaum Interesse daran haben dürfte seinen eigenen Text in Ihrer Bewerbung wieder zu lesen. Seien Sie kreativ und verbinden Sie ihre eigenen Fähigkeiten, Interessen oder Wissen mit den Anforderungen, die an die beworbene Stelle gestellt werden, wie beispielsweise: "Ich arbeite gerne im Team da auch im Fußballverein, in dem ich spiele, Einzelkämpfer keinen Platz haben" oder "Der Umgang und das Arbeiten mit Menschen, den ich durch den elterlichen Gastronomiebetrieb in dem ich oft aushelfe kennengelernt habe, macht mir in besonderen Maße Freude".

Zum Schluss dieses 2. Absatzes formuliert man noch einen ausführlichen Begründungssatz, warum dieser Job das Nonplusultra für einen darstellt und geht zum 3. und letzten Teil des Anschreibens über.

Der 3. Teil – Der Schlussteil
Der Schlussteil soll so knapp wie möglich gehalten werden und zwei Zeilen nicht überschreiten. Beispielsweise: "Ich freue mich auf Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch". Vermeiden Sie konjunktive und indirekte Formulierungen wie "Ich würde mich freuen". Zeigen Sie auch im Schlussteil des Anschreibens Selbstbewusstsein. Vermeiden Sie auch den oftmals verwendeten Schluss: "und verbleibe". Diese Schlussformulierung hat in heutigen Anschreiben nichts mehr verloren. Sobald man den Schlussteil beendet hat, folgt die abschließende Grußformel: "Mit freundlichen Grüßen".

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Harry Schütze