Bewerbungen: Das Anschreiben – Aufbau und Struktur (Teil 6)

Sobald Sie die Hürde „Einleitung“ mit Erfolg bewältigt haben, geht es darum, den Leser Ihrer Bewerbung „bei der Stange“ zu halten. Verlieren Sie sich jetzt bitte nicht in Floskeln und nichts sagenden Allgemeinplätzen, sondern versuchen Sie, die möglichen Fragen des Lesers im Vorfeld kurz, aber informativ zu beantworten

Die AIDA-Formel im Anschreiben

AIDA steht für die englischen Begriffe A ttention – I nterest – D esire – A ction. Die Formel gehört zu den Grundwerkzeugen in Marketing und Werbung. Eine Bewerbung ist nichts anderes als Marketing in eigener Sache, Werbung für sich selbst.

Attention = Aufmerksamkeit

Mit einem gelungenen Einleitungssatz (siehe Anschreiben Teil 5) dürften Sie sich der Aufmerksamkeit des Lesers Ihrer Bewerbung sicher sein. Sie haben auf die üblichen Floskeln verzichtet und gezeigt, dass Sie schnell das Wesentlich zur Sprache bringen können.

Interest = Interesse

Wecken Sie das Interesse des Lesers Ihrer Bewerbung, indem Sie jetzt gezielt auf die Anforderung der ausgeschriebenen Stelle eingehen und erzählen, inwiefern Sie diesen Anforderungen gerecht werden können. Weisen Sie auf Ihre bisherigen Aufgabengebiete hin, die sich mit denen des neuen Arbeitsplatzes decken. Berichten Sie von Ihren Stärken, die Sie ausmachen und für die Aufgaben wichtig sind.

Achten Sie im Stellenangebot auf die Unterschiede zwischen zu genannten "Muss-Anforderungen" und "Kann-Anforderungen". Sie zeigen sich in den Formulierungen.

Muss-Anforderungen erkennen Sie an Ausdrücken wie "…werden vorausgesetzt…" oder "…zwingend erforderlich…". Bringen Sie diese Anforderungen nicht mit, ist eine Bewerbung in den meisten Fällen nicht sinnvoll.

Bei Kann-Anforderungen sieht es anders aus. Formulierungen wie "…sind wünschenswert…" oder "…wären von Vorteil…" weisen darauf hin, dass – sollten alle anderen Punkte stimmig sein – eine Lösung für diese Schwachstelle gefunden werden kann, z. B. durch eine entsprechende Einarbeitung oder Weiterbildung.

Desire = Wunsch

An diesem Punkt im Anschreiben geht es darum, den Personalverantwortlichen davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, Sie in einem persönlichen Gespräch kennen zu lernen. Die Gründe sind sehr individuell und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab, z. B. zusätzliches Fachwissen, Reisebereitschaft, Führungsqualitäten… Überlegen Sie genau, welches Argument Ihnen hier die Türen öffnen kann.

Action = Aktion

Fordern Sie zum Schluss den Leser Ihrer Bewerbung dazu auf, zur Tat zu schreiten – nämlich, Sie einzuladen. Vermeiden Sie den Konjunktiv und verzichten Sie auf Wörter wie würde, könnte usw. Wenn es möglich ist, bieten Sie dem Unternehmen einen Tag Probearbeit an, vielleicht sogar ein kurzes Praktikum. Damit bieten Sie dem Unternehmen eine typische Win-Win-Situation an. Nicht nur der potenzielle Arbeitgeber kann sich ein Bild von Ihnen machen, sondern Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, völlig unverbindlich einen Blick in das Unternehmen, auf den Vorgesetzten und die Kollegen zu werfen.

Wertvolle Tipps zur erfolgreichen Bewerbung erhalten Sie auch in "Das große Hesse/Schrader-Bewerbungshandbuch".

Veröffentlicht am 7. Mai 2009