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3 Gründe, wieso Mineralöl in Kosmetik problematisch sein kann

3 Gründe, wieso Mineralöl in Kosmetik problematisch sein kann
geschrieben von Patrizia Ring

Bei vielen Kosmetikthemen gehen die Meinungen weit auseinander. Aber kaum ein Stoff wurde so oft diskutiert wie Mineralöl in Kosmetik. Schädlich, sagen die einen, völlig irrelevant, die anderen und wieder andere halten es für sinnvoll. Aber was ist dran am Mythos Mineralöl?

Generell ist es extrem schwer, die Gefahr oder allein den Nutzen von Inhaltsstoffen zu erkennen, ohne einen Master in angewandter Chemie zu haben. Über Kosmetika lassen sich kaum objektive Informationen finden. Es wird fast nur behauptet, ohne eine wissenschaftliche Basis vorzuweisen.

So auch bei Mineralöl oder Mineralölderiveraten, die Anwendung in Kosmetik finden. Tatsächlich findet sich in vielen Cremes eine Form von Mineralöl. Erkennbar ist Mineralöl in Kosmetik in den Inhaltsstofflisten an Namen wie:

  • Paraffinum Liquidum
  • Mineral Oil
  • Ceresin
  • Ozokerite
  • Vaseline
  • Microcrystalline Wax
  • oder Petrolatum

Vor allem hochwertige Cremes enthalten oft Mineralöl, während fast alle Naturkosmetikprodukte darauf verzichten.

Schadet Mineralöl in Kosmetik der Haut?

Die zentrale Frage, die oft gestellt wird ist, ob Mineralöl in Kosmetik der Haut schadet. Dazu kann man ganz generell antworten: Trotz aller Panikmache ist Mineralöl als Inhaltsstoff für Kosmetik in Deutschland zugelassen. Das heißt automatisch, dass Mineralöl per se nicht die Haut schädigt, denn sonst wäre es als Inhaltsstoff nicht zugelassen.

Es gibt aber 3 Gründe, wieso die Nutzung von Mineralöl in Kosmetik problematisch sein kann.

1. Mineralöl in Kosmetik kann zu mehr Unreinheiten der Haut beitragen

Was nach wie vor schwer zu bestimmen ist, ist ob Erdöl komedogen ist oder nicht. Komedogen sind Stoffe, die die Poren verschließen. Zur Sachlage bei Mineralöl gibt es verschiedene Studien mit entgegengesetzten Ergebnissen. Fakt ist aber, dass Erdöl okklusiv ist, also die Haut verschließt. Wer zusätzlich zu mineralölhaltigen Cremes Inhaltsstoffe nutzt, die komedogen sind, riskiert also auf jeden Fall Unreinheiten und Unterlagerungen.

Die okklusive Wirkung bedeutet noch ein anderes Problem, das bei langer Verwendung einer Creme mit diesem Inhaltsstoff aber problematisch wird. Das Mineralöl kann einen leichten Hitzestau erzeugen, weil die Verdunstung von Wasser aus der Haut nicht stattfinden kann. Dass die Haut atmen müsse, ist dagegen ein Irrtum. Der wahre Kern dahinter steckt eher in den verschlossenen Poren, in denen sich Hauttalg sammelt und Mitesser oder Pickel hervorrufen kann. “Atmen” muss die Haut aber nicht.

2. Problem von MOAH in Kosmetik

Ein neues Problem hat aber Stiftung Warentest aufgedeckt: Alle exemplarisch getesteten Produkte mit Mineralöl, waren teils hoch mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) belastet. Die MOAH (mineral oil aromatic hydrocarbons) stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Besonders problematisch ist das bei Lippenpflege, die Mineralöle enthält. Ein Teil der Pflegeprodukte gelangen immer auch in den Mund und somit in den Körper.

Bereits kritisch betrachtet wurden Spuren von MOAH in Lebensmitteln. Die in Kosmetik gefundene Menge ist jedoch um ein tausendfaches höher, als die in den Lebensmitteln gefundene Menge.

3. Mineralöl in Kosmetik ist nicht abbaubar

Problematisch ist auch, dass Mineralöl kaum abgebaut werden kann. Besser für die Natur ist es also allemal, auf Mineralöl zu verzichten.

Bei aller Vorsicht muss jedoch auch hier bedacht werden, dass erneute Untersuchungen noch ausstehen und ein gesundheitliches Risiko zunächst nicht zu erwarten ist. Panik ist also nicht angemessen, ein Umdenken vielleicht schon.

Warum wird Mineralöl in Kosmetik eingesetzt?

Die naheliegende Antwort ist, dass es sehr preiswert ist. Zum anderen ist Mineralöl extrem gut verträglich, da es einfach keinerlei allergieauslösende Stoffe enthält. Für empfindliche Haut ist es also gut geeignet.

Der Hauptgrund aber, warum Mineralöl in Kosmetik nach wie vor häufig genutzt wird, ist, dass der okklusive Effekt gut genutzt werden kann. Erdölmoleküle sind zu groß, um in die Haut einzudringen. Stattdessen liegen sie auf der Hautoberfläche und dichten die Haut ab. Das ist generell unerwünscht, bei sehr trockener Haut oder extremen Umweltbedingungen kann man diesen Effekt aber sehr gut nutzen, indem man eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme aufträgt, die Mineralöl enthält und so die Feuchtigkeit in der Haut hält.

Dabei dürfen in der Creme aber keine komedogenen oder reizenden Inhaltsstoffe enthalten sein, da die Haut sonst gereizt wird. Auch eine Daseinsberechtigung hat Mineralöl in Salben, wo es dafür sorgt, dass der Wirkstoff in der Haut eingeschlossen wird. So muss jeder selbst entscheiden, ob Mineralöl für seine Haut geeignet ist oder nicht.

Bildnachweis: Calado / Adobe Stock

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