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Benimmregeln: Das Anti-Fettnäpfchen-Training mit Stil & Etikette

Benimmregeln: Das Anti-Fettnäpfchen-Training mit Stil & Etikette
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geschrieben von experto.de

Sie werden gleich rot, wenn Ihnen eine Situation peinlich ist? Sie werden zornig, wenn Menschen vor Ihnen die Tür nicht aufhalten? Sie ärgern sich über jemanden, der zu Verabredungen zu spät kommt? Sehen Sie der Wahrheit ins Auge: Ihr Ärger, Ihr Zorn und Ihre Scham sind der eigentliche Grund für das Entstehen peinlicher Situationen. Weil andere Menschen nicht wollen, dass Sie sich ärgern oder schämen, gibt es Unsicherheit, Angst und schlechtes Gewissen. Um Ihren Zorn im Voraus zu vermeiden, entstanden Etikette, Benimmregeln und Förmlichkeiten.

All diese Regeln sind nichts Schlechtes. Sie ordnen das Zusammenleben der Menschen, halten die Gefühle im Zaum und bewahren viele davor, ihr Gesicht zu verlieren. Noch besser aber wäre es, wenn zwischen Menschen eine so entspannte Stimmung herrschte, dass Benimmregeln gar nicht nötig wären. Hier ein paar Tipps, wie Sie in Ihrer Umgebung eine solche Atmosphäre schaffen können.

Phantasieren Sie Verständnis
Zorn und Scham entstehen häufig dadurch, dass Sie Ihre Gefühle in andere Menschen hineinprojizieren. Ein Beispiel: Sie werden auf der Autobahn von einem anderen Wagen bedrängt. Der Fahrer fährt dicht auf und hat es offensichtlich eilig.

Die übliche Reaktion: Sie werden böse. Sie malen sich aus, dass ein aggressiver Ellbogenmensch am Steuer sitzt, der es gewohnt ist, über die Interessen anderer rücksichtslos hinwegzugehen. Sie mögen seine Automarke nicht. "Typisches Egoistenauto" denken Sie sich. Jetzt sehen Sie eine Gelegenheit, dem anderen zu zeigen, dass er sich nicht alles erlauben kann. Sie sind vor ihm, nun muss er warten. Das wird ihm eine Lehre sein.

Simplify-Reaktion: Machen Sie sich klar, dass Ihre Gedanken über den Drängler ein Produkt Ihrer Phantasie waren. Sie könnten Ihre Phantasie auch in die andere Richtung lenken: Der Mann im Wagen hinter mir ist ein guter Bekannter von Ihnen, eine Seele von Mensch. Nur ist er manchmal mit den Gedanken ganz woanders und fährt zu dicht auf. Er wurde von seiner Schwägerin zu Hilfe gerufen, die krank mit 3 Kindern zu Hause sitzt und völlig verzweifelt ist. Nun gibt er Gas, um schnell bei ihr zu sein.

Schaffen Sie ein unaufgeregtes Klima
Welche der beiden Versionen ist realistischer? Jede ist vorstellbar. Aber die 2. Variante entspannt das lebensgefährliche Klima auf der Autobahn: Sie fahren auf die rechte Spur, der Überholer rast weiter, und Ihre Gedanken sind wieder frei für wichtigere Dinge.
Bei der 2. Version, die wir simplify-Reaktion genannt haben, ist etwas Wichtiges mit Ihnen geschehen: Sie haben sich in den anderen Menschen hineinversetzt. Sie stellen sich vor, wie Sie in einer bedrängenden Lage ungeduldig darauf warten, dass das Auto vor Ihnen Platz macht – das Auto, in dem Sie selbst gerade sitzen. Wenn Sie nun die Spur wechseln, machen Sie sozusagen sich selbst Platz. Sie sind für sich selbst zum Vorbild geworden.

Der fröhliche Wechsel der Perspektive
Leben Sie anderen vor, wie Sie selbst gerne behandelt werden möchten. Damit verändern Sie diese Welt und sich selbst ein wenig zum Guten. Es liegt an Ihnen, wie Sie auf falsche Umgangsformen und Provokationen reagieren. Sagen Sie sich, dass die meisten Fehler Ihrer Mitmenschen eher unbewusst passieren. Seien Sie nachsichtig und beginnen Sie dabei mit sich selbst. Handeln Sie bewusst im Umgang mit Ihren Mitmenschen, auch in den kleinen Dingen und Gesten.

Das Meine-Welt-Prinzip
Diese Technik des Perspektivenwechsels können Sie zum Grundprinzip guten Benehmens und jeder Art von menschlichem Zusammenleben erheben. Ärgern Sie sich nicht darüber, dass Sie in einer unperfekten, ungerechten Welt leben. Erschaffen Sie um sich herum Ihre Welt. Verhalten Sie sich so, wie Sie gerne hätten, dass die anderen Menschen sich verhalten.

Wenn Ihr Handy mitten in einer Menschenmenge klingelt: Wie hätten Sie gerne, dass andere Menschen in einer solchen Situation reagieren? Finden Sie es stilvoll, wenn derjenige entschuldigend in die Runde blicken und das Handy ausmachen würde? Dann sollten Sie sich ebenso verhalten.

Wenn Sie mit hohem beruflichen Besuch zum Essen eingeladen sind: Fänden Sie es angebracht, wenn Ihr Kollege mit aufgestützten Ellenbogen und gesenktem Kopf die Suppe in sich hineinschlürft? Dann vermeiden Sie selbst solches Verhalten.

Wenn Sie E-Mails verfassen: Erinnern Sie sich, über welche Art von Mails Sie sich ärgern. Vielleicht über solche mit vielen Abkürzungen oder endlos langen Dateianhängen. Dann vermeiden Sie das in Ihren eigenen E-Mails.

"Entpeinlichen" Sie Ihre Umgebung
Je öfter Sie sich in andere Menschen hineinversetzen, umso weniger Angst, Ärger und Peinlichkeiten wird es in Ihrem Umfeld geben. Die Menschen um Sie herum begegnen Ihnen ohne Schuldgefühle oder Furcht und Ihre eigenen negativen Gefühle gegenüber anderen werden immer weniger. Kurzum: Das Leben wird für alle Beteiligten einfacher und glücklicher.

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