Sturmschäden: Versicherung muss auch bei Vorschäden zahlen

Das Oberlandesgericht Saarbrücken (Az.: 5 U 496/05 – 53) hat in einem aktuellen Urteil entschieden, dass Wohngebäudeversicherungen auch dann für Sturmschäden aufkommen müssen, wenn diese durch Vorschäden am Haus begünstigt worden sind.

Im konkreten Fall hatte ein Sturm Schäden an einer Gebäudefassade angerichtet, die durch vorhandene Hohlstellen begünstigt worden waren. Die Versicherung weigerte sich deshalb zu zahlen, da vor dem Sturm bereits ein Substanzschaden am Gebäude vorgelegen habe, den der Versicherte nicht habe beseitigen lassen, obwohl er nach den Versicherungsbedingungen dazu verpflichtet gewesen sei. Und deshalb sei die Versicherung nicht verpflichtet, die Sturmschäden zu zahlen.

Die Richter urteilten jedoch: Eine Mitursächlichkeit des Sturms für die Schäden reiche aus. Der bestehende Verschleiß sei auch kein Grund, den Anspruch des Versicherten abzulehnen. Damit der Vorschaden Berücksichtigung zugunsten der Versicherung finden kann, hätte er nämlich zumindest grob fahrlässig verursacht werden müssen – der Hausbesitzer hatte die Hohlstellen jedoch gar nicht bemerkt. Deshalb müsse die Versicherung für die Reparatur der Sturmschäden aufkommen.

Veröffentlicht am 24. Oktober 2006
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