So klappt der Hausbau ohne Pfusch

Die Investition in einen Hausbau ist enorm und die Angst vor Pfusch ist verständlich, denn gegen Betrug eines vermeintlichen Fachmannes fühlt man sich oft machtlos. Was kann man also tun, um solche kostspieligen Probleme zu umgehen? Und welche Maßnahmen kann man ergreifen, wenn es schon zu spät ist und das Haus schon abgenommen wurde?

Eindringende Feuchtigkeit, eine leckende Heizung oder ein schlechtes und instabiles Fundament: Baumängel und Baupfusch sind alltäglich, ärgerlich und vor allem teuer. Der Bau eines Hauses gestaltet sich von vornherein kostenintensiv, dennoch lohnt es sich, das Geld in eine fachkundige Beratung zu investieren. Denn wenn Sie Baumängel nach dem Bau beheben müssen, kommt Sie das teuer zu stehen. Ihre erste Anlaufstelle sollte die Verbraucherzentrale des jeweiligen Bundeslandes sein, in dem Sie bauen möchten. Dort können Sie sich über Wege informieren, die vor möglichen Problemen bewahren. Eine unabhängige Bauberatung kann vor teuren Folgekosten schützen. Denn mögliche Mängel und Fallstricke lassen sich so frühzeitig erkennen.

Posten, die Sie beim Hausbau berechnen müssen

Posten

Inhalt

Grundstück

  • bevor das Haus errichtet werden kann, benötigen Sie das passende Grundstück

Haus

  • größter finanzieller Posten
  • mit einberechnet werden müssen Ausstattungsart (Fassaden, Fenster, Fußböden), Etagenzahl, Wohnfläche
  • Landesbauordnung für Ihre Region bestimmt die Geschossanzahl

Hausanschlusskosten

  • Anschlusskosten an die verschiedenen Versorgungsleitungen (z. B. Strom-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen)

Baunebenkosten

  • Grunderwerbssteuer (richtet sich nach Bundesland)
  • Notarkosten (basieren auf gesetzlichen Regelungen)

Außenanlagen

  • sind häufig individuell auf die spezifischen Wünsche des Bauherrn zugeschnitten
  • letzte Anpassungen am Haus
  • z. B. Einfahrt, Terrasse, Böschung etc.

Häufige Fehler und Mängel beim Hausbau

Die unabhängige Bauberatung ist eines der wichtigsten Wegbegleiter und Alliierten des Bauherren geworden, denn unabhängig davon, ob absichtlich oder unabsichtlich, Baumängel und Fehler können immer auftreten und weitreichende Konsequenzen für den Bauherren haben. Die häufigsten Fehler, die auftreten können sind:

  • Verkalkulieren beim Kauf des Grundstücks
  • zu knappes Baubudget
  • Häuser und Grundstücke, die zu günstigen Konditionen gekauft wurden
  • unterqualifizierte Handwerker eines Subunternehmers, den das Bauunternehmen beauftragt hat
  • mangelnde Standfestigkeit des Mauerwerks
  • mangelnde Abdichtung des Hauses und des Fundaments

Fragen, die Sie vor dem Hausbau klären sollten

Zur Erklärung: Nicht alle Grundstücke sind für alle Arten des Hausbaus geeignet. So kann es geschehen, dass das Grundstück den Ansprüchen des Bauherrn nicht genügt. Deswegen sollten Sie sich vor dem Bau informieren, ob Ihre Wünsche auch mit den Vorgaben und Regelungen, welche die entsprechenden Kommunen vorgeben, vereinbar sind. Architektur und die Gestaltung des Grundstücks unterliegen gewissen Regulierungen, die immer unterschiedlich sein können und dringend beachtet werden sollten.

Weiterhin sollten Sie sich zuvor über die Infrastruktur der Gegend informieren, in der Sie bauen möchten, und folgende Fragen stellen: Gibt es gute und bequeme Einkaufsmöglichkeiten? Sind in der Nähe gute Schulen und Kindertagesstätten vorhanden? Ist eine bestehende und qualitativ hochwertige ärztliche Betreuung gewährleistet. Nicht zuletzt sollten Sie recherchieren, ob das Grundstück möglicherweise in einem Überschwemmungsgebiet liegt. 

Kleinigkeiten können zu großen Ärgernissen werden

Mit einer genauen Planung und der Begleitung des Bauberaters können Sie bei einigen dieser Fehleinschätzungen vorbeugen. Dieser kann Sie nämlich auch auf Kleinigkeiten aufmerksam machen, die Sie vor dem Bau gar nicht bedacht haben. Nachträglich hinzugefügte Steckdosen sowie Fliesen, die extra verlegt werden müssen, sollten Sie diese nicht nur in Bad und Küche, sondern auch in einem potentiellem Wirtschaftsraum wünschen, können in der Summe teuer werden. Nicht so, wenn diese vermeintlich geringfügigen Anpassungen schon von vornherein mit einkalkuliert sind.

Zusammengefasst gilt: Schon vor dem Bau und am besten mit der Hilfe eines Bauberaters einen exakten Plan aufstellen und sich nicht von den günstigsten Preisen und Konditionen verführen lassen.

Genaue Recherche bei der Beauftragung eines Bauunternehmens


Bildunterschrift: Bauunternehmen müssen beim Hausbau überprüft werden

Der Bau eines Hauses sollte nie eine leichtfertige Investition sein. Prüfen Sie deswegen zuvor genau, mit wem Sie einen Vertrag abschließen und mit was für einem Bauunternehmen Sie es zu tun haben. Auch bei solchen Fragen können Sie bei Verbraucherzentralen forschen, nämlich ob eventuell bereits Beschwerden gegen den potentiellen Vertragspartner vorliegen. Darüber hinaus können Sie sich bereits abgeschlossene Bauprojekte zeigen lassen, um festzustellen, ob das Bauunternehmen bzw. der Architekt  generell Arbeit leistet, die Sie zufrieden stellen könnte. Diese Art von Vorbereitungen ist wichtig, denn gerade beim privaten Hausbau ist immer häufiger ein Qualitätsabfall zu beobachten.

Dies kann z. B. an der Qualifikation der Handwerker liegen, denn Bauunternehmen können wiederum Subunternehmer beauftragen, die einen geringeren Qualitätsanspruch haben, dafür aber weniger Geld kosten.

Kleine Lappalien können große Folgen nach sich ziehen

Die Folgen von Baupfusch oder Baumängeln sind vielfältig. Sollten sich die Steine der Mauer z. B. nicht genügend überlappen, bleiben die Fugen nicht geschlossen und können damit keine dauerhafte Stabilität garantieren. Mörtel muss sorgsam und richtig verwendet werden, damit dieser fest wird und aushärtet. Außerdem darf statt Mörtel kein billigerer und minderwertigerer Bauschaum verwendet werden. Ebenso wichtig ist es, auf die Abdichtung des Hauses zu achten, damit weder Feuchtigkeit oder Grundwasser z. B. in den Keller eindringen kann. Sollte hierbei gepfuscht oder nachlässig gearbeitet werden, können enorme Folgeschäden und Kosten entstehen.

Selbiges gilt für die sogenannte Schweißbahn, mit welcher der Bau zum Boden abgedichtet werden soll. Liegt diese beim Bau über längere Zeit frei, wie es bei vielen Baustellen oftmals der Fall ist, wird diese nicht fachgerecht konstruiert, läuft jemand unbedacht darüber oder lässt Werkzeug darauf rumliegen, ist das Eindringen von Wasser oder Feuchtigkeit nur eine Frage der Zeit. Eine ausreichende und sorgfältige Wärmedämmung sollte Teil eines jeden modernen Hausbaus sein. Diese tut nicht nur der Umwelt gut, sondern spart auch Energie und somit Geld für den Hausherrn. Ist diese nicht ausreichend gewährleistet, schmeißen Sie viel Geld sprichwörtlich aus dem Fenster.

Intensive Vorsorge verhindert maximale Folgekosten

Das sind nur die größten unter den vielen Baumängeln, die beim Hausbau entweder durch Unachtsamkeit oder bewusstes in Kauf nehmen, entstehen können. Im Einzelnen mögen diese unspektakulär wirken, in der Summe können sie jedoch zu einem bösen Erwachen in der Form von teuren Ausbesserungen führen. Umso wichtiger ist es, dass ein unabhängiger Fachmann regelmäßig den Bau kontrolliert und frühzeitig Mängel aufdeckt, die ebenso frühzeitig ausgebessert werden können. Nur auf diese Weise lassen sich Kosten eindämmen.

Es ist vor allem wichtig, diese Kontrollen während des Baus und nicht nach der Hausabnahme durchführen zu lassen. Die Konstruktion sollte den Bau fortwährend und über alle Phasen hinweg begleiten: Auch wenn der Bauherr noch fünf Jahre nach dem Hausbau Gewährleistungsansprüche besitzt, muss nach der Abnahme letztendlich beweisen, dass es sich bei Baumängeln um Fahrlässigkeit seitens des Architekten, des Bauunternehmens oder deren Handwerker handelt und er die Schäden nicht selbst verursacht hat.

Bildquellen:
1. Bild: Dimitar Soritov 128442128 / shutterstock.com
2. Bild: Monkey Business Images 303640886 / shutterstock.com

Veröffentlicht am 4. Juli 2016
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