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Passivhaus bauen: Was sind Ihre Fördermöglichkeiten?

Passivhaus bauen: Was sind Ihre Fördermöglichkeiten?
geschrieben von Burkhard Strack

Wer in der heutigen Zeit ein Haus bauen möchte, sollte sich die Energiestandards genau anschauen. Vor allem, wenn Sie ein sogenanntes Passivhaus bauen möchten, bietet das viele Vorteile. Nicht nur, dass die regelmäßigen Kosten bei einem solchen Gebäude deutlich geringer ausfallen, auch die Förderungsoptionen bei einem Passivhaus bieten gewaltige Vorteile.

Lesen Sie daher hier, was Sie wissen sollten, bevor Sie ein Passivhaus bauen.

Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist keine neue Bauform, sondern die Beschreibung der Eigenschaften eines Hauses. Die Häuser werden als Passivhäuser bezeichnet, weil der größte Teil des Energiebedarfs aus passiven Quellen bezogen wird. Im Gegensatz zu einer aktiven Heizung wird die Energie bei einem Passivhaus über Sonnenstrahlen und die natürliche Abwärme von Personen und Geräten gewonnen. Durch eine umfassende Wärmedämmung der Wände, Fenster und des Daches wird die Abwärme von Personen und Geräten zurückgewonnen.

Daher ist auch die Belüftungsanlage ein wichtiges Element in einem Passivhaus. Zum einen sorgt sie für die gewünschte Frischluft im Hau, zum anderen macht sie die Abwärme über einen Wärmetauscher weiterhin nutzbar. Ein solches Passivhaus ist aufgrund der sehr geringen Betriebskosten enorm sparsam und eine gute Möglichkeit im laufenden Betrieb sowohl die Umwelt als auch die eigene Brieftasche zu schonen.

Welche Förderung gibt es, wenn Sie ein Passivhaus bauen?

Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist die wichtigste Förderbank in Deutschland und bietet für Hausbauer viele günstige Optionen. Dabei spielt vor allem die Energieeffizienzklasse des Hauses eine wichtige Rolle. Wer ein Passivhaus bauen möchte, muss unter den geregelten Grenzwerten der Energieeinsparverordnung (EnEV) bleiben. Je deutlicher das neue Passivhaus unterhalb der Höchstwerte für ein Referenzgebäude bleibt, umso größer fällt die potentielle Förderung für einen solchen Hausbau aus.

Unter der Bezeichnung KfW 55, 40 oder 40+ stehen verschiedene Förder-Modelle zur Auswahl, welche sich an dem Prozentsatz ausrichten, unter welchem das neue Gebäude die Referenzwerte unterschreitet. Je besser, also niedriger, der Wert, umso größer die zu erwartende Förderung. Wenn Sie ein Passivhaus bauen, sollten Sie dies so effizient wie nur möglich gestalten. Je weiter Sie die Grenzwerte der Energieeinsparverordnung unterschreiten, umso besser wird die Förderung der KfW.

Die Förderungsoptionen der KfW im Überblick

Der wohl größte Vorteil bei einem geförderten KfW-Darlehen ist der sogenannte Tilgungszuschuss. Mit diesem kann nicht nur die Laufzeit des Kredites verkürzt, sondern auch die gesamte, rückzuzahlende Kreditsumme mindert sich spürbar. Der Tilgungszuschuss unterscheidet die Modelle beim KfW Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus deutlich:

  • Beim KfW-Effizienzhaus 55 erhalten Sie bis zu 5 % der Tilgungssumme (maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit) an Tilgungszuschuss.
  • Beim KfW-Effizienzhaus 40 erhalten Sie bis zu 10 % der Tilgungssumme (maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit) an Tilgungszuschuss.
  • Beim KfW-Effizienzhaus 40 Plus erhalten Sie bis zu 15 % der Tilgungssumme (maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit) an Tilgungszuschuss.

Zudem hat sich generell das KfW-Darlehen von 50.000 auf 100.000 Euro erhöht. So bietet der KfW-Kredit Ihnen deutliche Vorteile, wenn Sie ein Passivhaus bauen, denn die Konditionen für einen solchen Kredit sind auch in der heutigen Zeit von herkömmlichen Banken nicht zu unterbieten. Auch der notwendige Bauberater und Energieberater, welcher für ein solches Bauvorhaben unerlässlich ist, kann von der KfW separat gefördert werden. Dies kann die Kosten für diese Dienstleistung nochmals deutlich senken und den Baustandard für Sie verbessern.

Ein Energieberater ist verpflichtend, wenn Sie ein Passivhaus bauen

Wenn Sie einen Kreditantrag für Ihr Passivhaus bei der KfW stellen möchten, so müssen Sie zwingend einen Energieberater beauftragen. Dieser ermittelt anhand der Baupläne und der weiteren Ausstattung den zu erwartenden Energieverbrauch Ihres neuen Hauses. Da Sie ein Passivhaus bauen, müssen alle Elemente genau aufeinander abgestimmt sein. Nur wenn der Energieberater die Einhaltung der Mindestanforderungen schriftlich bestätigt, können Sie mit dieser Bestätigung den Kreditantrag stellen.

Wichtig ist: Auch der Energieberater wird durch die KfW separat gefördert, sodass Sie nicht alleine auf den Kosten für dessen Einsatz sitzen bleiben. Schließlich muss der Energieberater nicht nur die Planung, sondern auch den Baufortschritt bestätigen und begleiten. So können Sie ein sicheres und während der Baumaßnahmen energetisch überwachtes Passivhaus bauen.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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