Wohnungsspezifische Betriebskosten dürfen Sie an Mieter weiterreichen

Unkompliziert: Wohnungsspezifische Betriebskosten können Sie ganz einfach an Ihren Mieter weiterreichen.

Vom Mieter zu zahlenden Betriebskosten, die von einem Dritten speziell für die einzelne Wohnung erhoben werden, dürfen Sie in der Betriebskostenabrechnung einfach an ihn weiterleiten. Der Aufwand, diese Kosten in der Abrechnung extra auszuweisen, entfällt damit (BGH, Urteil v. 17.04.13, Az. VIII ZR 252/12).

Hauptanwendungsfall ist die Umlage der auf eine Mietwohnung entfallenden Grundsteuer. Bisher war streitig, ob die Umlage der Grundsteuer – wie auch die Umlage aller übrigen Betriebskosten – nach dem Anteil der Wohnfläche an der Gesamtwohnfläche des Gebäudes erfolgen müsse.

Nach Auffassung des BGH ist dies nicht erforderlich, sodass die Grundsteuer ohne weitere Rechenoperationen in die Abrechnung übernommen werden kann. Die Richter stellten klar, dass ein gesetzlicher oder vertraglich vereinbarter Umlageschlüssel nicht anzuwenden sei, da es bei dieser Position für Vermieter schlicht nichts „umzulegen“ gibt.

Ihr Vorteil: Dieses Urteil gilt auch für alle sonstigen Kosten, die speziell für eine Wohnung erhoben werden. Daher dürfen Sie etwa auch Kabel oder Müllgebühren einfach zusammen mit Ihrer Abrechnung an den Mieter weiterleiten, wie es auch bei den Heizkosten meist geschieht. Es ist also nicht erforderlich, dass Sie die Kosten in Ihre Abrechnung aufnehmen und darin ausweisen.

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Veröffentlicht am 28. Januar 2016
Autor
Dr. Tobias Mahlstedt