Privatsphäre der Mietinteressenten wahren

Mietinteressenten dürfen auf dem Bewerberbogen nicht zu private Fragen gestellt werden. Wohungsbaugesellschaften und andere Vermieter haben keinen Anspruch auf Beantwortung von Fragen wie etwa, warum der Interessent aus seiner früheren Wohnung ausziehen möchte, und wie groß und teuer diese gewesen ist.

Von Mietinteressenten darf nur erfragt werden, was für das eventuell entstehende Mietverhältnis von Bedeutung ist. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der einziehenden Personen und die finanziellen Mittel, die für die Wohnungsanmietung zur Verfügung stehen. Fragen, die zu sehr ins Private gehen, können bei sehr verärgerten Interessenten durchaus zu einer Beschwerde bei der Datenschutzaufsichtsbehörde führen. Und das nicht zu Unrecht.

Bei Fragen aus dem Privatbereich (wie Lebensgestaltung oder Hobbys) muss abgewogen werden zwischen dem schutzwürdigen Interesse des potenziellen Mieters auf Privatsphäre und dem Auskunftsinteresse der vermietenden Partei, und im Zweifelsfall auf die Frage verzichtet werden.

Auch der Hinweis, die Beantwortung der Fragen auf dem Bewerberbogen sei dem Mietinteressenten freigestellt, macht zu private Fragen nicht zulässig. Denn da der Interessent die Wohnung haben möchte, wird er die Fragen beantworten, um sich seine Chancen nicht von vornherein zu verbauen.

Veröffentlicht am 12. Juli 2008
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