Fristlose Kündigung wegen Schimmel und fehlender Lüftung

„Schimmelpilz“ – kaum ein Wort verursacht bei Vermietern und Mietern mehr Unbehagen. Dabei ist mittlerweile bekannt, dass man Schimmelpilz in Wohnungen wirksam vorbeugen kann – durch regelmäßige Lüftung.

Das Amtsgericht Hannover hat in einem für Sie als Vermieter erfreulichen Urteil entschieden, dass die unterlassene Lüftung des Mieters den Vermieter sogar zu einer fristlosen Kündigung berechtigt. In dem Fall hatte sich massiver Schimmelpilz in der angemieteten Wohnung gebildet.

Fristlose Kündigung wegen ungenügenden Lüftungsverhalten
Der Mieter hatte wohl etwas gegen Frischluft, denn trotz der eindringlichen Aufforderung "zwei- bis dreimal täglich das Fenster zehn bis 15 Minuten" zu öffnen, blieben die Fenster verschlossen. Hieran änderte auch eine Abmahnung des Vermieters nichts. Allenfalls zur Kippöffnung hinter geschlossenen Gardinen war der Mieter bereit. Der Vermieter sah sich deshalb zum Äußersten veranlasst: Zur fristlosen Kündigung seines Mieters.

Schlechtes Lüften begünstigt Schimmelpilze
Der zuständige Amtsrichter in Hannover gab dem Vermieter Recht. Denn "nach normaler Lebenserfahrung" gefährdet das "völlig ungenügende Lüftungsverhalten" die Mietsache in erheblichem Maß, meinte der Richter. Dies brauchen Sie sich als Vermieter aber nicht bieten zu lassen, weshalb der Räumungsklage stattgegeben wurde. (AG Hannover, Az 565 C 15388/04)

Veröffentlicht am 3. August 2009
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