Ein gefährliches Mini-Schwein gehört nicht in die Wohnung

Eine Münchener Mieterin hielt sich ein Haustier, aber kein gewöhnliches Haustier, nein, ein schwarzes Mini-Schwein musste es schon sein. Mit ihrem Schwein ging die Mieterin regelmäßig in der Umgebung ihrer Wohnung spazieren, was natürlich eine ganze Menge Aufmerksamkeit erregte. Eines Tages war dem Mini-Schwein die Aufmerksamkeit zu viel und es erlitt eine „Panik-Attacke“.

Folge: Zwei Mitbewohner wurden von dem Mini-Schwein angefallen und verletzt. Als der Vermieter von diesem Vorfall und damit überhaupt zum ersten Mal von der ungewöhnlichen Tierhaltung seiner Mieterin erfuhr, mahnte er diese ab und verlangte, dass das schwarze Mini-Schwein umgehend aus der Wohnung entfernt werde. Weil die Mieterin auf ihr Schwein aber nicht verzichten wollte, kam es zum Rechtsstreit.

Das Amtsgericht München entschied zu Gunsten des Vermieters. Der Richter betonte, dass ein Mieter grundsätzlich zur Haustierhaltung berechtigt sei, wobei die Haltung größerer Tiere in der Wohnung aber mietvertraglich ausgeschlossen werden könne. Im vorliegenden Fall war ein entsprechendes Haustierverbot aber nicht vereinbart worden, weshalb auch ein Mini-Schwein in der Mietwohnung gehalten werden dürfe. Dies gelte aber nur, schränkte der Richter ein, wenn und solange von dem Haustier keine Gefahr für die Mitbewohner des Hauses ausgehen. Die Panik-Attacke des Schweins habe aber gezeigt, dass diese Gefahr besteht und nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Folge: Der Richter erteilte dem Mini-Schwein ein Hausverbot und gab damit dem Vermieter Recht (AG München 413 C 12648/04).

Veröffentlicht am 24. Februar 2009