Eigenbedarf bei leerstehenden Wohnungen

Dass Mieter eine Eigenbedarfskündigung akzeptieren, ist eher die Ausnahme als die Regel. Das gilt erst recht dann, wenn es sich um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus handelt, Sie der Besitzer sind und andere Wohnungen im Haus leer stehen. Aber selbst in solchen Fällen ist es möglich, die Eigenbedarfskündigung unter Umständen durchzusetzen. Denn es kommt immer darauf an, warum die anderen Wohnungen nicht vermietet sind.

Einen typischen Fall hat jetzt das Amtsgericht Frankfurt/Main verhandelt. Der Vermieter kündigte einem Mieter, weil der Sohn des Vermieters in die Wohnung einziehen sollte. Der Mieter widersprach der Kündigung und verwies zur Begründung auf zwei leer stehende Wohnungen im Haus. Damit kam er vor Gericht aber nicht durch, denn die Wohnungen standen nur deshalb leer, weil sie umgebaut werdensollten.

Begründung des Gerichts: Solange Wohnungen wegen beabsichtigter Umbauarbeiten für den Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen, können sie bei Eigenbedarfskündigungen auch nicht als Ersatzwohnraum berücksichtigt werden. (AG Frankfurt/Main, 33 C 3413/03).

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Veröffentlicht am 19. Juni 2004
Autor
experto.de