Instandhaltung

Was mit dem Energiesparpass auf Sie zukommt

Was mit dem Energiesparpass auf Sie zukommt
experto.de
geschrieben von experto.de

Auch für Sie als Vermieter und Wohnungseigentümer werden die rechtlichen Vorgaben immer mehr von der Europäischen Union bestimmt. Eine solche Vorgabe ist das Energieeinspargesetz, dessen Entwurf der Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen am 29. Juli einstimmig gebilligt hat. Dieser Entwurf beinhaltet auch den Energiesparpass.

Kauft man eine Waschmaschine oder einen Geschirrspüler, sind darauf Angaben über den zu erwartenden Energieaufwand (z.B. "AAA" für den geringsten Verbrauch) längst üblich – und oftmals kaufentscheidend. Das Gleiche soll nach dem Willen des Gesetzgebers künftig auch für Bestandsimmobilien gelten.
Für Sie als Vermieter und Wohnungseigentümer besonders relevant: Nach diesem Gesetzentwurf muss bei einem Mieter- und Eigentumswechsel ab dem 04.01.2006 ein Energiesparpass für Gebäude vorgelegt werden (für Neubauten ist der Energiesparpass bereits seit Februar 2002 Pflicht).

Dieser Energiesparpass wird Angaben und Kennwerte über die Energieeffizienz eines jeden Gebäudes enthalten. Dem Mieter bzw. dem künftigen Erwerber sollen hierdurch die zu erwartenden Heiz- und Warmwasserkosten sowie der Zustand der "Gebäudehülle" transparent gemacht werden.

Ferner soll auf diese Weise für Vermieter und Wohnungseigentümer ein Anreiz geschaffen werden, Gebäude energetisch zu sanieren. Denn: Nach Einschätzung von Experten ist eine Senkung der benötigten Heizenergie bei Ein- und Zweifamilienhäusern um bis zu 50 % möglich. Und: Gut 70 % der Immobilienbewerber geben an, dass der Energiebedarf für sie ein wichtiges Kaufkriterium sei. Kein Wunder bei den ständig steigenden Energiepreisen.
Derzeit wird der Energiesparpass als Prototyp auf seine Praxistauglichkeit in 33 Städten und Gemeinden noch überprüft. Daran, dass der Energiesparpass zum 4.1.2006 kommen wird, zweifelt aber niemand mehr. Gegen Sie als Vermieter wird Ihr Mieter aber durch den Energiesparpass keine Ansprüche erheben können: Den Einbau einer neuen Energiesparheizung etwa kann Ihr Mieter nicht fordern.
Wie Sie den Energiesparpass bekommen und was er kostet
Den Energiesparpass dürfen besonders registrierte Architekten, Ingenieure, Handwerker, Bausachverständige und Schornsteinfeger ausstellen. Seine Kosten werden sich nach der Wohnfläche richten. Es wird erwartet, dass für den Energiesparpass eines Einfamilienhauses etwa 450 Euro entstehen werden. Da ein beträchtlicher Teil durch staatliche Fördermittel erstattet wird, werden auf Sie als Hauseigentümer aber etwa nur die Hälfte der genannten Summe zukommen.
10 Jahre Gültigkeit
Dabei ist zu sehen, dass der Energiesparpass eine Gültigkeit von 10 Jahren haben wird, die Kosten hierfür also noch einigermaßen zumutbar sind, zumal sie von Ihnen als steuermindernde Aufwendungen geltend gemacht werden können. Auch wird die Bestandaufnahme zeigen, wo Energie und Kosten eingespart werden können.
Schließlich ist schon klar: Die Angaben im Energiesparpass werden künftig wesentlicher Beweggrund dafür sein, ob eine Immobilie von Interessenten angemietet bzw. gekauft wird. Von daher sollten Sie beginnen, die Energiekennziffern im Energiesparpass als echten Wettbewerbsvorteil Ihrer Immobilie anzusehen.
Hohe Bußgelder
Eine Wahl haben Sie als Immobilieneigentümer ohnehin nicht: Nach einer derzeit noch nicht näher bestimmten Übergangszeit wird das Fehlen des Energiesparpasses nicht mehr gebilligt – und ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro im Extremfall fällig: Aus guten Gründen ist dem Gesetzgeber sein Ziel nämlich sehr ernst.

Über Ihren Experten

experto.de

experto.de

Leave a Comment