So sind Schönheitsreparaturen ordnungsgemäß durchgeführt

Ein häufiger Streitpunkt am Ende eines Mietverhältnisses besteht darin, dass der Mieter zwar Schönheitsreparaturen durchgeführt hat, die Qualität dieser Schönheitsreparaturen aber zu wünschen übrig lässt. Lesen Sie, welche Bedingungen erfüllt seien müssen, damit die Schönheitsreparaturen als fachgerecht gelten können.

Schönheitsreparaturen fachgerecht
Sie als Vermieter können vom Mieter verlangen, dass er die notwendigen Renovierungsarbeiten fachgerecht in mittlerer Art und Güte durchführt.
Die Vereinbarung „fachgerecht“ oder „fachmännischer“ Arbeiten im Mietvertrag bedeutet nicht, dass der Mieter eine Fachfirma beauftragen muss.
Eine Formularklausel, die den Mieter verpflichtet, Schönheitsreparaturen durch einen Fachhandwerker ausführen zu lassen, wäre unwirksam.

Laienhafte Arbeiten

Ihrem Mieter darf nicht verwehrt sein, die Schönheitsreparaturen in Eigenarbeit durchzuführen, wenn er es denn ordentlich und fachgerecht kann.
Mit laienhaften Arbeiten müssen Sie sich nicht zufrieden geben. Schönheitsreparaturen in folgender Ausführung entsprechen nicht dem erforderlichen Qualitätsstandard und müssen von Ihnen deshalb nicht akzeptiert werden:
  • Anstrich wurde nicht deckend ausgeführt oder zeigt Streifen;
  • im Anstrich finden sich festgetrocknete Pinselhaare;
  • Tapeten sind an den Rändern und Anschlussstellen übereinander geklebt oder weisen offene Nähte auf;
  • Tapeten sind nicht ordentlich verklebt, sondern weisen „Luftblasen“ oder abstehende Ränder auf;
  • Lichtschalter, Steckdosen, Tür- oder Fensterbeschläge sind ganz oder stellenweise überstrichen;
  • der Lackanstrich von Türen, Fensterrahmen etc. zeigt „Luftblasen“;
  • Farbtropfen sind auf Fenstersimsen, Heizkörpern oder Fußböden;
  • Wände oberhalb der Fliesen sind in Küche oder Bad mit für Feuchträume ungeeigneter Tapete übertapeziert.
Unübliche Farben
Wie aber sieht es aus, wenn der Mieter die Wohnung zwar fachmännisch, aber in ausgefallenen Farben renoviert hat? Stellen grellgelbe, schwarz oder pink gestrichene Räume ordnungsgemäße Schönheitsreparaturen dar?
Hier ist zu unterscheiden: Während der Mietzeit ist der Mieter grundsätzlich in der Gestaltung der Wohnung frei. Er kann auch unübliche Farben und Materialien wählen, allerdings nur, wenn hierdurch die Substanz der Wohnung nicht beeinträchtigt wird.
Bei Mietende gelten Schönheitsreparaturen nur dann als ordnungsgemäß, wenn sie üblichen Geschmacksstandards entsprechen, so dass eine Weitervermietung nicht beeinträchtigt wird.
Hat ein Mieter also während der Laufzeit des Mietvertrags ausgefallene Farben gewählt, muss er zum Ende der Mietzeit einen gebräuchlichen Standard auch dann wiederherstellen, wenn er eigentlich zu Schönheitsreparaturen noch nicht verpflichtet wäre, weil die üblichen oder vereinbarten Fristen noch nicht abgelaufen sind.
Veröffentlicht am 25. Juli 2005