Wie viel kostet ein Energieausweis?

Der Gesetzgeber hat viele Vermieter und Wohnungseigentümer dazu verpflichtet, einen Energieausweis für ihre Gebäude bereitzustellen. Die Kosten für die Erstellung eines Energiepasses sind jedoch nicht festgelegt, was den Ausstellern je nach Art des Energieausweises und Aufwand eine recht individuelle Berechnung ermöglicht.

Der Energieausweis ist ein Zertifikat, das die Energieeffizienz eines Gebäudes dokumentiert und über den energetischen Zustand informiert. Die Vorschriften zur Erstellung von Energieausweisen sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Einheitliche Preistabellen für den Aufwand einer Ausweiserstellung gibt es allerdings nicht.

Kein Gebäude gleicht dem anderen
Die Bundesregierung macht weder in der Energiesparverordnung noch in begleitenden Bekanntmachungen Vorgaben in Bezug auf die Kosten, die für die Ausstellung von Energieausweisen anfallen. Das ist auch unmöglich, da sich Größe, bauliche Vielfalt und anlagentechnische Ausstattung von Gebäuden erheblich unterscheiden können.

Die Bauunterlagen für die notwendigen Datenermittlungen können von sehr unterschiedlicher Qualität sein. Darüber hinaus muss man für die Bedarfs- und Verbrauchsermittlung den unterschiedlichen objektspezifischen Aufwand ermitteln. Daher wird vom Gesetzgeber keine Festlegung zur Honorarvergütung vorgegeben. Die Preise für Energieausweise sind Marktpreise, allerdings lässt sich eine Tendenz feststellen.

Kosten eines Verbrauchsausweises
Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1977 errichtet wurden und das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 nicht erreichen, ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben. Für alle anderen Wohngebäude kann zwischen dem Bedarfs- und dem Verbrauchsausweis gewählt werden.

Für die Berechnung der Kosten eines  Energieverbrauchsausweises ist neben der reinen Berechnung und Ausstellung des Ausweises ausschlaggebend, in welchem Umfang zusätzliche Beratungen und Modernisierungsempfehlungen erwünscht sind. Es müssen Fragen beantwortet werden, inwiefern Leerstände erfasst und berücksichtigt werden oder wie das Warmwasser in der Berechnung einbezogen werden soll. Die Datenerfassung, ob persönlich oder telefonisch, wird von vielen Anbietern auch kostengünstig über das Internet angeboten. In jedem dieser Fälle haftet der Aussteller für das richtige Ergebnis.

Für  einen Verbrauchsausweis muss man heute einen Kostenpunkt zwischen 25 und 100 Euro einrechnen. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte die Vergütungsvereinbarung vor Beginn der Arbeiten zwischen den Vertragsparteien geschlossen werden. Bei der Vereinbarung sollten Sie darauf achten, das Ihnen nicht nur der Ausweis ausgestellt wird, sondern auch die Modernisierungsempfehlung. Das gilt für Bedarfs- und Verbrauchsausweise gleichermaßen.

Preiskalkulation für den Bedarfsausweis
Der Preis für einen Energiebedarfsausweis liegt vergleichsweise deutlich höher. Im vereinfachten Verfahren ohne Begehungen und Prüfungen vor Ort dürften sich die Kosten bei normalen Gebäudekonfigurationen im Rahmen von 100 bis 350 Euro bewegen. Die Kosten können zusätzlich verringert werden, wenn Sie als Vermieter die Bereitstellung der notwendigen Daten übernehmen.

Müssen große Gebäudekomplexe begutachtet werden oder ein Nicht-Wohngebäude, beispielsweise eine Produktionshalle oder ähnliches, werden die Vermessungen und Auswertungen noch komplizierter. Eine hochwertige Bestandsaufnahme und eine entsprechende Beratung können dann bereits einen Kostenpunkt in Höhe von 200 bis 800 Euro, vereinzelt sogar bis zu 1.000 Euro erreichen.

Durch Modernisierung staatliche Förderung sichern
Wenn Sie umfangreiche Modernisierungen planen, ist es sinnvoll, sich im Rahmen des "Vor-Ort-Beratungsprogramms" des Bundeswirtschaftsministeriums eine finanzielle Förderung zu sichern. Bezuschusst werden Beratungen von Haus- und Wohnungseigentümern sowie kleinen und mittleren Unternehmen für Wohngebäude und Wohnungen. Die Baugenehmigung muss allerdings vor 1994 erteilt worden sein. Sie erhalten den Energieausweis dann als Zusatzleistung neben der Energieberatung.

Veröffentlicht am 3. Dezember 2008
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