EnEV 2012: Warum Dämmvorschriften zu extremer Schimmelbildung führen können

Auch wenn Sie mit guter Dämmung Geld sparen können und unser Klima dadurch geschützt wird: Die Dämmvorschriften der EnEV 2012 können im schlimmsten Fall zu vermehrter Schimmelbildung führen.

Was uns die Bundesregierung mit der neuen EnEV 2012 vorschreibt, ist zwar gut für das Klima und die Erreichung der Ziele der sogenannten Energiewende. Für die Gesundheit der Bewohner dürfte es allerdings kontraproduktiv sein. Lesen Sie in diesem Artikel, warum Dämmvorschriften dazu führen können, dass es in Ihrem Haus schimmelt.

Die neue Energieeinsparverordnung 2012

Deutschland novelliert seine EnEV 2009, weil damit die europäische Richtlinie für energieeffiziente Gebäude umgesetzt wird. Diese erlaubt ab 2021 nur noch Passiv und Nullenergie-Neubauten. Bei öffentlichen Gebäuden soll dies bereits ab 2019 gelten. Auch der Bestand soll massiv energetisch saniert werden. 

Zum Glück wurde die EnEV 2012 abgemildert und kommt voraussichtlich erst
2013. Die EU verlangt nun keine Zwangssanierungen, aber, die Ziele von
mindestens drei Prozent sind trotzdem sehr hoch. Es wird auch das
Wirtschaftlichkeitsgebot eingebaut. Die Gefahr von Schimmel in den
Wohnungen, als Folge solcher Sanierungen, wird aber oft unterschätzt.

Die Firma Immowelt AG hat in einer repräsentativen Online-Befragung herausgefunden, dass
jeder neunte Deutsche der Meinung ist, Schimmel sei nicht schädlich und
komme in erster Linie nur vom falschen Lüften. Vor allem bei Kindern und
älteren Mitbewohnern kann der Schimmel aber zu erhöhtem Risiko für Erkrankungen der
Atemwege, insbesondere Asthma führen.

Unterschätzen Sie das Risiko Schimmel nicht

Oft gedeihen die Schimmelsporen an dunkeln, feuchten und gegebenenfalls
auch übertapezierten Stellen. Hauptursachen für Schimmelbildung in
Wohnräumen sind hohe Luftfeuchtigkeit und falsches Lüften, aber auch das
übertriebene Dämmen. Besonders fatal ist es zum Beispiel in
Schlafräumen nicht oder nur ungenügend zu heizen, um in der Hoffnung
Heizkosten zu sparen. Die feuchtwarme Luft kondensiert dann an den
kalten Wänden.

Aufgrund dieser Tatsache sollte man Abwägen zwischen Energieeffizienz
und der Gesundheit der Bewohner. Die Gesundheit ist mit Sicherheit das
höhere Gut der Wohnqualität.

Veröffentlicht am 26. Juli 2012
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