Immobilienrecht

Wohnrechtsvorbehalt bei Schenkung an Kinder ist steuerschädlich

Wohnrechtsvorbehalt bei Schenkung an Kinder ist steuerschädlich
geschrieben von Burkhard Strack

Sie wissen: Immobilien lassen sich steuerfrei an den eigenen Ehepartner oder die eigenen Kinder vererben, sofern es sich um das Familienheim handelt und die Erben es für mindestens 10 Jahre weiterbewohnen. Was allerdings passiert, wenn die Erben das Objekt ihrerseits an ihre Kinder übertragen und sich lediglich ein lebenslanges Nießbrauchs- und Wohnrecht vorbehalten? Das Hessische Finanzgericht hat entschieden: Dann wird doch noch Erbschaftsteuer fällig (Gerichtsbescheid v. 15.02.2016, Az. 1 K 2275/15).

Sohn überträgt geerbtes Eigenheim an seine Kinder

Der Kläger hatte das Haus seiner Mutter geerbt und bewohnte es selbst gemeinsam mit seiner Ehefrau. Nach 4 Jahren beschloss er allerdings, die Immobilie per Schenkungsvertrag auf seine beiden Kinder zu übertragen. Im Vertrag behielt er sich ein lebenslanges Wohn- und Nießbrauchs-recht vor. Erstaunt und empört reagierte er, als prompt ein Steuerbescheid des Finanzamts eintraf und ihn zur Nachversteuerung der geerbten Immobilie aufforderte. Als sein Einspruch erfolglos blieb, erhob er Klage – aber vergeblich.

Wohnrecht allein genügt nicht

Ein von Eltern oder Ehegatten geerbtes Eigenheim übertragen Sie tunlichst nicht weiter. Denn das Folgende zeigt dieser Fall: Ein Wohnrecht allein genügt nicht als Voraussetzung für die Befreiung von der Erbschaftsteuer. Sie müssen Eigentümer des Hauses bleiben und als solcher 10 Jahre darin wohnen. Nur dann bleibt der Nachlass steuerfrei.

Fazit: Beschließen Sie die Schenkung Ihres Familienheims an Ihre Kinder also nicht Hals über Kopf. Es ist wichtig, dass alle wichtigen Rahmenbedingungen bedacht werden, um nicht steuerschädlich zu handeln.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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