Wachsamkeit bei der Baubeschreibung

Wachsamkeit bei der Baubeschreibung

Zu oft wird bei der Baubeschreibung gepfuscht oder generalisiert. Doch wer es nicht genau nimmt, zahlt drauf. Was Sie bei der Erstellung dieses wichtigsten Vertragsteils beachten müssen, erfahren Sie hier.

Wie selbstverständlich ist es, dass der Bauunternehmer beim Verlegen des Fundaments und dem Graben des Kellers für das Eigenheim, das ausgehobene Erdreich abtransportiert? Was viele für selbstverständlich halten würden, ist es bei Weitem nicht. Denn es hängt maßgeblich von der Baubeschreibung ab, ob der Bauunternehmer den Bodenaushub abtransportiert, oder der Kunde bei der Abnahme einen kleinen Berg auf dem Grundstück bewundern darf.

Steht nämlich in der Baubeschreibung eine Klausel wie "Bodenaushub zur eigenen Verwendung", ist meist die Schuld beim Bauherrn selbst zu suchen. Denn selbstverständlich ist beim Hausbau nichts.

Euphemismen bei der Baubeschreibung

Natürlich wird auch durch manche Bauunternehmer die Beschreibung gezielt so zusammengestellt, dass sie die Benutzung, von beispielsweise billigeren Materialien ermöglicht. Die Formulierung "…oder ein gleichwertiges Material" ist weit verbreitet und eine Freikarte für den Bauherrn, freie Hand bei der Materialwahl in diesem Punkt zu haben.

So muss in der Baubeschreibung alles minutiös vermerkt werden, nicht nur die Art des Materials, sondern auch der Preis und die genaue Menge. Falls ein Material nicht verfügbar ist, muss man sich mit dem Bauunternehmer auf einen adäquaten Ersatz einigen.

Genaues Prüfen vor Vertragsunterzeichnung

Denn der Bauunternehmer ist nur zu den Leistungen verpflichtet, die auch in der Baubeschreibung erwähnt werden. Sobald der Vertrag unterzeichnet ist, kann der Bauherr nichts mehr zusätzlich hinzufügen und muss im Zweifel auf Kulanz hoffen. Die immense Menge an Punkten und die Wichtigkeit, jeden einzelnen Punkt von der Isolierung bis zu den Dachlatten, genau zu prüfen kann jedoch schnell zur Belastung werden.

Um fahrlässigen Fehlern vorzubeugen, lohnt es sich, Geld in eine Prüfung der Leistungs- und Baubeschreibung zu investieren. Ob beim Bauherrenschutzbund oder bei den Verbraucherzentralen, für einige hundert Euro erhalten Sie eine genaue Prüfung samt Korrektur, die jede Baubeschreibung wasserdicht macht.

Und die Investition lohnt sich, denn wenn der Bauherr die fehlenden Leistungen einer Baubeschreibung selbst erbringen muss, kann die zusätzliche finanzielle Belastung schnell den Ruin bedeuten.

Veröffentlicht am 22. Dezember 2011
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