Verwalter darf Bonität von Käufern prüfen

Verwalter darf Bonität von Käufern prüfen

Darf ein Hausverwalter vor dem Verkauf einer Wohneinheit den potenziellen Käufer auf Zahlungsfähigkeit überprüfen? Die überraschende Antwort des Landgerichts Köln lautet: Ja (Beschluss v. 08.09.2014, Az. 29 T 96/14).

Verwalter muss hier zustimmen

Eine Wohnungseigentümerin wollte ihre beiden Wohneinheiten verkaufen. Der notarielle Kaufvertrag war bereits erstellt. Laut den Bestimmungen innerhalb der WEG war ein Verkauf jedoch nur mit Zustimmung des Verwalters möglich. Dieser wollte aber zuerst überprüfen, ob das Käuferehepaar überhaupt solvent war. Dazu verlangte er entsprechende Unterlagen, vor allem eine Schufa-Auskunft und Einkommensnachweise. Da ihm die geforderten Dokumente nicht bzw. nur unvollständig vorgelegt wurden, verweigerte er seine Zustimmung. Die Wohnungseigentümerin verklagte ihn deshalb – allerdings ohne Erfolg.

Umfassende Sanierung geplant

Vor Gericht konnte der Verwalter darlegen, dass in Kürze in besagter WEG Sanierungsarbeiten in Millionenhöhe anstünden. Die Kosten dafür würden entsprechend den Eigentumsanteilen auf die gesamte WEG – also auch auf die Käufer – umgelegt. Es seien daher schon jetzt erhebliche finanzielle Belastungen für die einzelnen WEG-Mitglieder abzusehen. Für das Gericht genügte dies, von einem berechtigten Grund an einer umfassenden Bonitätsauskunft auszugehen. Ausnahmsweise sei es daher rechtens, die Zustimmung von der Vorlage der geforderten Nachweise abhängig zu machen.

Fazit: Wenn die WEG ihrem Verwalter so weitreichende Rechte wie einen Zustimmungsvorbehalt zum Verkauf einräumt, hat das meist gute Gründe. Insofern sollten Sie bei einem geplanten Verkauf die geforderten Unterlagen auch vorlegen bzw. als Verwalter darlegen, warum Sie sie brauchen. So lassen sich teure Rechtsstreitigkeiten vermeiden.

Veröffentlicht am 8. Juni 2016