Untervermietung via Airbnb? Erst abmahnen – dann kündigen!

Untervermietung via Airbnb? Erst abmahnen – dann kündigen!

Was tun, wenn ein Mieter seine Wohnung auf der Online-Vermittlungsplattform Airbnb ohne Ihre Zustimmung anbietet und sie auf diesem Weg immer wieder an Feriengäste vermietet? Dass dieses Verhalten keine Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigt, entschied das Landgericht Berlin (Beschluss v. 27.07.2016, Az. 67 S 154/16).

3 Vermietungen über Airbnb

Dreimal hatten die Mieter ihre Wohnung über Airbnb an Feriengäste vermietet. Deren Verweildauer belief sich auf jeweils höchstens eine Woche. Die Vermieterin fackelte nicht lange: Sie kündigte den Mietvertrag fristlos und hilfsweise fristgerecht. Die Mieter weigerten sich jedoch auszuziehen, und bei der Räumungsklage musste die Vermieterin eine Niederlage einstecken. Denn bei ihrem Vorgehen hatte sie eine grundlegende Sache vergessen, um gegen ihre Mieter recht zu bekommen.

Vorherige Abmahnung wäre nötig gewesen

Sowohl das Amtsgericht Berlin-Wedding als auch das Landgericht Berlin als Berufungsinstanz entschieden: Die Kündigung ist unwirksam. Eine Wohnung über Airbnb zu vermieten sei kein so schwerer Verstoß bzw. Vertrauensbruch, dass sie eine fristlose Kündigung rechtfertige. Und auch eine ordentliche Kündigung sei nicht rechtmäßig. Denn: Die Vermieterin hätte die Mieter zunächst abmahnen können (und müssen).

Fazit für Sie: Stellen Sie klar, dass Sie Airbnb-Untermieter nicht akzeptieren

Wenn ein Mieter seine Wohnung über Airbnb im Internet zur Kurzzeit-Vermietung anbietet, reagieren Sie, sobald Sie dies mitbekommen. Schicken Sie ihm eine Abmahnung. Nur dann haben Sie – bei erneutem Verstoß – einen rechtlich wasserdichten Grund für eine Kündigung.

Bildnachweis: © Iakov Filimonov/123rf.com Lizenzfreie Bilder

 

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Veröffentlicht am 13. Februar 2017
Autor
experto.de