Immobilienrecht

Das müssen Sie bei Umzugskosten wissen: Das Finanzgericht Köln urteilte

Das müssen Sie bei Umzugskosten wissen: Das Finanzgericht Köln urteilte
geschrieben von Burkhard Strack

In aller Regel sind Umzugskosten nur absetzbar, wenn sie beruflich veranlasst sind. Ohne Wechsel des Arbeitsplatzes verlangt das Finanzamt beim Pendeln zur Arbeit normalerweise eine Fahrzeitersparnis von mindestens einer Stunde pro Tag. Großzügiger zeigte sich in einem besonderen Fall allerdings das Finanzgericht Köln (Urteil v. 24.02.2016, Az. 3 K 3502/13).

 

Arbeitsstelle nach Umzug zu Fuß erreichbar

Die Lehrerin eines Berufskollegs war zusammen mit ihrem Mann innerhalb einer Großstadt umgezogen. Bislang musste sie zur Arbeit die U-Bahn nehmen; inklusive Fußwegen und Bahnstrecke brauchte sie dafür rund 20 Minuten, für Hin- und Rückfahrt insgesamt somit 40 Minuten. Nach ihrem Umzug konnte sie binnen 5 Minuten zu Fuß zu ihrer Arbeitsstelle gehen, brauchte also nur 10 Minuten für Hin- und Rückweg. Deshalb machte sie die Umzugskosten in Höhe von fast 4.000 € aufgrund beruflicher Veranlassung als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend. Doch das Finanzamt wollte diese nicht anerkennen, und so zog die Steuerzahlerin zusammen mit ihrem Ehemann vor Gericht. Dort bekamen sie recht – auch wenn die Zeitersparnis nicht so groß ausfiel, wie normalerweise verlangt. 

 

Gericht: Zeitersparnis ist nicht alles

In diesem speziellen Fall stufte das Finanzgericht die Zeitersparnis nicht als wichtigstes Merkmal ein. Vielmehr sei anzuerkennen, dass die Klägerin nach ihrem Umzug überhaupt nicht mehr auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sei. Das genüge schon als Kriterium, um zu rechtfertigen, dass die Umzugskosten vorrangig beruflich bedingt seien. 

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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