Spielplatz im Gemeinschaftseigentum? Instandhaltung muss sein!

Spielplatz im Gemeinschaftseigentum? Instandhaltung muss sein

Gehört ein Spielplatz zu einer Wohnanlage, muss die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) diesen auch instand halten. Das entschied das Amtsgericht München (Urteil v. 15.01.2016, Az. 481 C 17409/15).

Eigentümerbeschluss: Keine Renovierung erwünscht!

Ein Sandkasten, eine Spieltischgarnitur, eine Schaukel und ein Hänge-Klettergerüst gehörten zum Gemeinschaftseigentum einer WEG.

Allerdings entsprach dieser Spielplatz längst nicht mehr der Baugenehmigung der Stadt. „Macht nichts!“, dachte sich wohl die Mehrzahl der WEG-Mitglieder.

„Wir brauchen den Spielplatz ja auch nicht (mehr).“ Entsprechend lehnten sie in der Eigentümerversammlung den Antrag eines Mitglieds ab, den Spielplatz wieder in einen sicheren und nutzbaren Zustand zu versetzen.

Besagtes Mitglied setzte sich zur Wehr – und hatte Erfolg: Das Amtsgericht München erklärte den Ablehnungsbeschluss für nichtig.

Keine Verjährung der Instandhaltungs-Ansprüche

Der Spielplatz sei laut Baugenehmigung Bestandteil des Gemeinschaftseigentums.

Aus diesem Grund habe die WEG auch die Pflicht, ihn instand zu halten bzw. zu setzen. Diese Pflicht verjähre nicht einfach, nur, weil die Baugenehmigung schon mehr als 30 Jahre zurückliege, so das Gericht. Vielmehr handle es sich um eine dauerhafte Verpflichtung.

Fazit: Besser nicht verwahrlosen lassen

Einen verwahrlosten Spielplatz instand zu setzen bringt hohe Kosten mit sich. Sie sollten daher als WEG-Mitglied bzw. Verwalter darauf achten, dass es gar nicht erst so weit kommt. Bringen Sie das Thema frühzeitig auf die Agenda anstehender Eigentümerversammlungen.

Lassen Sie sich laufend kleinere, kostengünstige Maßnahmen von der WEG absegnen. Damit lassen sich Streitigkeiten und gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden.

Bildnachweis: © Olesia Bilkei/123rf.com Lizenzfreie Bilder

 

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Veröffentlicht am 17. Februar 2017
Autor
experto.de