Das müssen Sie über haushaltsnahe Handwerkerleistungen wissen

Eine Leistung, wie das Aufpolstern von Möbeln, die in einer Werkstatt erbracht wird, kann nicht als haushaltsnahe Handwerkerleistung abgesetzt werden.

Nimmt ein Handwerker zur Reparatur einen Gegenstand mit in seine Werkstatt, lassen sich die Kosten nicht mehr als haushaltsnahe Handwerkerleistung absetzen. Das entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz kürzlich (Urteil v. 06.07.2016, Az. 1 K 1252/16).

Arbeitsstätte: eine Werkstatt in der Nähe

2 Sofas und einen Sessel ließ ein Mann neu beziehen. Der Handwerker kam zwar ins Haus, aber nur, um die Sitzgruppe abzuholen. Die eigentlichen Arbeiten erledigte er in seiner Werkstatt, und diese lag rund 4 Kilometer entfernt von der Wohnung des Mannes. Rund 2.600 € kosteten die Polstererarbeiten. Diesen Posten machte der Mann als „haushaltsnahe Handwerkerleistungen“ in seiner Steuererklärung geltend.

Finanzamt und Finanzgericht: keine Verbindung zum Haushalt

Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an, weil sie nicht im Haushalt erbracht wurden. Dieser Argumentation schloss sich auch das angerufene Finanzgericht an. Zwar müssten die Arbeiten nicht unbedingt direkt auf dem Grundstück des Steuerzahlers erledigt werden. Auch Erschließungsarbeiten auf öffentlichem Grund seien „haushaltsnah“, sofern sie der betreffenden Immobilie zugutekämen. Doch Arbeiten in einer Werkstatt seien nicht haushaltsnah und damit auch nicht absetzbar. Wegen des eigentlichen Gesetzeszwecks, der Vermeidung von Schwarzarbeit, sei die Trennung von „häuslich“ und „außerhäuslich“ durchaus legitim, so das Gericht.

Veröffentlicht am 16. September 2016