Leinenzwang für Katzen geht per Beschluss

Sollten Sie sich dafür entscheiden Ihrer Katze Freigang zu erlauben, sollten Sie dies zuvor mit den Nachbarn abklären.

Eine Katze an der Leine, das ist schon eine etwas merkwürdige Vorstellung. Und dennoch, auch in Ihrer Eigentümergemeinschaft können Sie den Leinenzwang für Katzen beschließen. Nach einer aktuellen Entscheidung des Landgerichts Frankfurt a. M. ist ein solcher Beschluss nicht zu beanstanden (Urteil v. 14.07.15, Az. 2-09 S 11/15).

Im entschiedenen Fall hatte eine Eigentümergemeinschaft genug von in der Wohnanlage frei herumlaufenden Katzen und beschloss mehrheitlich eine Hausordnung, die unter anderem einen Leinenzwang für Katzen vorsah. Eine Eigentümerin erhob Anfechtungsklage gegen diesen Beschluss. Sie sah sich durch den Beschluss in ihrer Wohnnutzung beschränkt, da zur wesentlichen Nutzung der Wohnung auch die Haustierhaltung gehörte.

Leinenzwang gegen Störung

Das sah das Landgericht anders und entschied: Der Beschluss war zulässig. Mit dem Leinenzwang werde verhindert, dass andere Bewohner der Anlage durch die unbeaufsichtigt herumlaufenden Katzen gestört werden oder sich belästigt fühlten. Damit handele es sich um eine Vorschrift, die dem Schutz der Wohnanlage ebenso diene wie der Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung. Solche Regelungen sind in einer Hausordnung durchaus zulässig.

Fazit: Wenn Sie sich durch in Ihrer Wohnanlage herumlaufende Katzen gestört fühlen, schlagen Sie den anderen Eigentümern vor, einen Leinenzwang zu beschließen. Wenn Sie sich eine Katze anschaffen, suchen Sie sich besser eine reine Wohnungskatze aus, das schließt Ärger mit den anderen Eigentümern von vornherein aus.

Veröffentlicht am 9. November 2015
Autor
Dr. Tobias Mahlstedt