Lärmstörungen: Wann sind Beschwerden berechtigt?

Lärmstörungen sind ein häufiger Streitpunkt in Gebäuden mit mehreren Mietparteien. Berechtigt oder nicht, viele Mieter konfrontieren erst mal den Vermieter mit Ihren Beschwerden über andere Mieter. Anhand von vier Grundsätzen sollen Sie als Vermieter prüfen, ob der Lärm mietrechtlich überhaupt von Bedeutung ist.

Als Vermieter sollten Sie die Beschwerden grundsätzlich ernst nehmen und genau prüfen, ob die Lärmstörung auch wirklich nachvollziehbar ist. Nicht jedes Geräusch, das Ihre Mieter stört, ist auch gleich verboten. Viele Geräusche muss Ihr Mieter hinnehmen, weil sie "ortsüblich" oder unvermeidbar sind. Anhand der folgenden vier Grundsätze können sie dies genau überprüfen.

Vier Grundsätze, wann Beschwerden über Lärmstörungen berechtigt sind

  • Für die Frage, ob eine Lärmbelästigung vorliegt, ist nicht entscheidend, ob der gestörte Mieter lärmempfindlich oder lärmunempfindlich ist. Entscheidend ist, ob ein durchschnittlicher Mieter sich gestört fühlen würde oder nicht.
  • Lärmbelästigungen können einen Mietmangel begründen, unabhängig davon, ob sie vom Vermieter, von Mitmietern oder von Dritten ausgehen.
  • Der Annahme eines Mietmangels steht es nicht entgegen, dass bei Errichtung des Gebäudes die seinerzeit gültigen Bauvorschriften eingehalten wurden.
  • Obwohl Lärm erheblich ist, muss er vom Mieter dann geduldet werden, wenn ortsüblich, unvermeidbar oder sozialadäquat ist (deswegen stellt beispielsweise das Läuten zum Gottesdienst keinen Mietmangel dar).
Veröffentlicht am 5. November 2009