Immobilienrente: Derzeit unattraktiv

Die Immobilienrente ist an sich ein schlüssiges Konzept: Der Eigentümer lässt die Immobilie gegen Kredit beleihen. Die Kreditsumme und die Zinsen werden erst zu dem Zeitpunkt fällig, an dem der Eigentümer stirbt, die Immobilie verkauft oder auszieht.

Das Darlehen wird dann aus dem Verkaufserlös der vorher schuldenfreien Immobilie zurückgezahlt. Derzeit ist mit diesem Modell der Immobilienrente nur ein Anbieter auf dem Markt aktiv, die Immokasse/Grünwald. Im Januar 2010 soll ein Pilotprojekt der öffentlichen Banken in Schleswig-Holstein anlaufen.

Immobilienrente – ja oder nein?
Die Zeitschrift FINANZtest hat sich mit den Konditionen beschäftigt und kommt zu dem Ergebnis, dass viele Interessenten bei der Höhe der Darlehen eine herbe Enttäuschung erleben dürften. Je nach Alter des Rentners werden maximal 35 Prozent des Immobilienwertes ausgezahlt, zusätzlich fallen neben Zinsen noch Gebühren und Pauschalen an, die das Darlehen zu einem eher teuren Spaß werden lassen.

Bereits nach etwa zehn Jahren kann das Doppelte der Kreditsumme fällig werden. Bei der Immobilienrente ist der Eigentümer außerdem weiterhin verpflichtet, das Gebäude auf seine Kosten instand zu halten. Wirtschaftlich sinnvoller als eine Immobilienrente könnte ein vorzeitiger Verkauf sein. Wer sich für das Modell interessiert, sollte jedoch abwarten, ob noch bessere Angebote auf den Markt kommen.

Veröffentlicht am 18. November 2009
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