Grundstückshandel: Streitigkeiten über die Drei-Objekt-Grenze offen halten

Gewerblicher Grundstückshandel: Halten Sie Streitigkeiten über die Drei-Objekt-Grenze offen. Kürzlich hat der Große Senat des Bundesfinanzhofs in Sachen Immobilienverkauf Erfreuliches entschieden: Die Drei-Objekt-Grenze gilt grundsätzlich auch bei Grundstücksbebauung und anschließendem Verkauf.

Gewinne, die beim Verkauf privater Immobilien erzielt werden bleiben steuerfrei, wenn zwischen Erwerb und Verkauf mindestens zehn Jahre liegen. Werden jedoch kurzfristig mehrere Objekte verkauft, sieht die Finanzverwaltung darin einen gewerblichen Grundstückshandel. Erzielte Gewinne unterliegen somit der Einkommens- und Gewerbesteuer. Die so genannte "Drei-Objekt-Grenze" gilt als erreicht, wenn innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren mehr als drei Immobilien-Objekte verkauft werden. 

Bei höchstens drei Verkäufen innerhalb von fünf Jahren liegt somit keine Gewerblichkeit vor. Aber Achtung: Nach wie vor kommt es auf den Einzelfall an. Die Drei-Objekt-Grenze ist nur ein Indiz, keine Freigrenze. Spricht das Gesamtbild der Betätigung für eine Gewerblichkeit, hilft Ihnen auch diese Grenze nichts. Umgekehrt sind nach wie vor auch Fälle denkbar, in denen sogar mehr als drei Objekte „privat“ verkauft werden: Wenn Sie dem Finanzamt belegen können, die Veräußerungsabsicht erst später gefasst zu haben.

Tipp
Der Bundesfinanzhof muss noch in weiteren Revisionsverfahren zum gewerblichen Grundstückshandel entscheiden. Bis diese Urteile vorliegen, sollten Sie der Heranziehung zur Einkommensteuer vorsorglich widersprechen. Achten Sie auf neue Aspekte, die sich aus diesen Urteilen ergeben könnten.

Veröffentlicht am 6. März 2004
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