Immobilienrecht

Aus diesem Grund dürfen Sie Mieter ordentlich kündigen

Aus diesem Grund dürfen Sie Mieter ordentlich kündigen
geschrieben von Burkhard Strack

In Großstädten, in denen der Wohnraum knapp und teuer ist, mag mancher Mieter versucht sein, mit seiner Familie in eine möglichst kleine, noch bezahlbare Wohnung einzuziehen. Indes: Als Vermieter können Sie dem einen Riegel vorschieben. Das zeigt das Amtsgericht München (Urteil v. 29.04.2015, Az. 415 C 3152/15).

4-köpfige Familie belegt eine 1-Zimmer-Wohnung

Im Streitfall ging es um eine winzige 1-Zimmer-Wohnung mit knapp 26 m². Auf den Wohnraum entfielen 16 m². Zur Wohnung gehörten außerdem eine Küchenzeile, ein Bad mit Toilette und ein Kellerabteil. Wohlweislich wurde im Mietvertrag untersagt, noch eine weitere Person in die Wohnung aufzunehmen – nur Ehemann bzw. Ehefrau sollten zugelassen werden. Nichtsdestotrotz zog der Mieter mit Ehefrau und Kleinkind ein, ein weiteres Kind kam 2 Jahre später auf die Welt. Als die Hausverwaltung davon erfuhr, forderte sie den Mieter auf, die Zahl der in der Wohnung lebenden Personen zu verringern. Die Mieter reagierten nicht, und wurden deshalb gekündigt. Weil die Familie nicht auszog, erhob der Vermieter Räumungsklage.

Gericht: Vertragliche Pflichten wurden verletzt

Das Gericht sah die vertraglichen Pflichten verletzt, sprach der Familie aber eine Räumungsfrist von 5 Monaten ein. Pro erwachsene Person und für je 2 Kinder unter 13 Jahren müssten nach seiner Ansicht mindestens 12 m² gegeben sein, bei Familien zumindest 10 m². Das Gericht stellte außerdem fest: Schon beim Einzug sei die Wohnung überbelegt gewesen, weil das Paar schon ein Kind in die Wohnung mitgebracht hatte.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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