Immobilienrecht

Gerichtsurteil: Keine Ansprüche bei falschen Angaben in der Wohnungsanzeige

Wenn man so manche Wohnungsanzeige liest, könnte man meinen, dass sich hinter den „Zwei-Zimmer-Küche-Bad“ ein regelrechter Palast verbirgt. Oft werden in der Wohnungsanzeige Versprechungen gemacht, die sich schon beim Besichtigungstermin als unwahr herausstellen. Doch was passiert, wenn der Mieter erst nach dem Einzug merkt, dass die Angaben aus der Wohnungsanzeige nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen?

So wie im Fall eines Mannes, der eine Wohnung gemietet hat, die laut Wohnungsanzeige 100 qm Wohnfläche haben sollte. Als er diese Wohnung irgendwann vermessen ließ, kam heraus, dass sie lediglich 89,71 qm groß war. Der Mann klagte auf anteilige Rückzahlung der Kaltmiete und der Nebenkosten und berief sich dabei auf die Angaben in der Wohnungsanzeige – im Mietvertrag waren nämlich keine Daten zur Wohnfläche angegeben.

Vor dem Amtsgericht Hagen (AG Hagen, Urteil v. 14.04.08, Az. 9 C 500/07) bekam jedoch der Vermieter recht. Als Begründung wurde angegeben, dass dem Mieter bei Unterschreibung des Mietvertrages durch die Wohnungsbesichtigung der Zustand der Wohnung bekannt war.

Entscheidend ist bei diesem Urteil, dass die Angaben in der Wohnungsanzeige nur als unverbindliche Beschreibung des Objekts angesehen werden und dem Mieter deshalb keinerlei Gewähr geben.

Fazit: Auch wenn ein Vermieter in der Wohnungsanzeige Angaben macht, die sich später als falsch herausstellen, kann er die Ansprüche des Mieters ablehnen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.