Erbbaurecht: Sparen kann Sie teuer zu stehen kommen

Auf den ersten Blick ist der Hausbau auf einem Erbpachtgrundstück verlockend: Statt 50.000 € für ein eigenes Grundstück zu bezahlen, werden jährlich nur 1.500 bis 2.500 € an Erbpachtzins bei Kirche oder Kommune fällig. Doch die Einsparung ist meist nicht von Dauer. Der Grund liegt im Erbbaurecht: Die Finanzierungskosten für eine Immobilie auf einem Erbpacht-Grundstück werden teurer und von der Wertsteigerung profitieren Sie dank dem Erbbaurecht auch nicht.

Erbbaurecht: 3 Gründe, die gegen die Erbpacht sprechen:
  1. Der aktuelle Erbpachtzins – meist zwischen 3 und 5 % – orientiert sich am Wert des Grundstücks und wird alle 5 Jahre neu festgelegt. Meist dient der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Lebenshaltungskosten-Index als Anhaltswert. Und der geht nach oben.
  2. Probleme kann es auch bei der Finanzierung geben: In der Regel wollen Banken ihre Hypothek an der ersten Stelle des Grundbuchs abgesichert haben, um im Falle einer Zwangsversteigerung sicher an ihr Geld zu kommen. Doch dort wird üblicherweise auch das Erbbaurecht eingetragen. Meist ist darum ein Zinsaufschlag fällig.
  3. Auch beim Verkauf sind Sie dank dem Erbbaurecht nicht mehr so flexibel, denn der Grundstückseigentümer muss diesem zustimmen. Und wenn die Restlaufzeit nur noch 20 oder 30 Jahre beträgt, wird die Suche nach einem Käufer Ihres Hauses zum Glücksspiel.

Wenn Sie sich trotzdem für die Erbpacht entscheiden, sollten Sie bei den Verhandlungen auf 2 Punkten bestehen:
  1. Der Erbpachtzins sollte 3 % des Grundstückswerts nicht überschreiten.
  2. Sichern Sie sich im Vertrag ein jederzeitiges Ankaufsrecht.
Veröffentlicht am 6. März 2004
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