Immobilienrecht

Diese Kilometerpauschalen können Sie bei Vermietungen geltend machen

Diese Kilometerpauschalen können Sie bei Vermietungen geltend machen
geschrieben von Burkhard Strack

Für Sie als Vermieter lohnt es sich, ein Fahrtenbuch zu führen, denn jede Fahrt zu Ihren Mietobjekten ist für Sie bares Geld – nämlich 0,30 € pro Kilometer – wert. Allerdings stellt sich die Frage, ob Sie diese Pauschale nur für die Entfernungskilometer (nur Hinfahrt) oder für die tatsächlich gefahrenen Kilometer (Hin- und Rückfahrt) als Werbungskosten absetzen können. Dazu hat sich der Bundesfinanzhof geäußert (Urteil v. 01.12.2015, Az. IX R 18/15).

Entfernungspauschale bei fortdauernden, regelmäßigen Fahrten

Die Richter stellten klar: Wer als Vermieter sein/e Mietobjekt/e gelegentlich aufsucht, kann die tatsächlich gefahrene Strecke mit der besagten Pauschale von 0,30 € pro Kilometer als Werbungskosten in der Anlage V zur Steuererklärung geltend machen.

Anders sieht es aus, wenn der Vermieter sein/e Immobilie/ n etwa wegen laufender Umbauarbeiten sehr häufig und regelmäßig aufsucht. Im verhandelten Fall war das so: Der Vermieter sanierte mehrere Wohnungen und ein Mehrfamilienhaus, die in seinem Eigentum standen. Er gab an, diese Baustellen deshalb 165- bzw. 215-mal im Jahr aufgesucht zu haben. Das spreche für eine gewisse Nachhaltigkeit, wie sie für regelmäßige Tätigkeitsstätten typisch sei. Deshalb ließen die Richter in seinem Fall nur den Abzug der Entfernungspauschale zu, also die halbe Strecke.

Fazit: Machen Sie ruhig die Kilometerpauschale geltend

Wenn Sie nicht fast täglich zu Ihren Mietobjekten pendeln, machen Sie ruhig die Kilometerpauschale (tatsächlich gefahrene Strecke) geltend. Denn bei den typischen Anlässen – Kontrolle, Ablesen von Zählerständen, Kleinreparaturen, Mieterwechsel – wird das Finanzamt sie anstandslos anerkennen. Das hier zitierte BFH-Urteil bezieht sich auf eine Ausnahmesituation, die bei den meisten Vermietern so nicht vorkommt. In vorauseilendem Gehorsam müssen Sie Ihre Fahrtkosten nicht auf die Hälfte kürzen – seien Sie lediglich darauf vorbereitet, dass das Finanzamt dies bei allzu häufigen Fahrten womöglich tut.

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied), Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.

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