Ein behindertengerechter Umbau führt oft zum Streit mit dem Fiskus

Grundsätzlich können Sie derartige Umbaukosten als eine außergewöhnliche Belastung geltend machen. Vorausgesetzt, dass Ihnen durch die Umbaumaßnahme kein "Gegenwert" entsteht. Um die steuerliche Anerkennung nicht zu gefährden, müssen Sie dem Fiskus den Wind aus den Segeln nehmen.

Strittig war dieser Fall: Die Eltern hatten für den auf den Rollstuhl angewiesenen Sohn die Terrassentür des Hauses ausgetauscht. Die bisherige Schiebetür mit einer Schwelle war durch eine Flügeltür ohne eine Schwelle ersetzt worden. Da dies auch für die Eltern von Vorteil sei, versagte das Finanzamt die steuerliche Anerkennung.

Diese nachteilige Einschätzung teilte das Finanzgericht Rheinland-Pfalz indes nicht (Az. 6 K 2614/01). Es verwies darauf, dass durch die Flügeltür mehr Schmutz von der Terrasse ins Haus eindringen könne. Zudem half den Eltern in diesem Fall, dass der Lichteinfall bei der neuen Tür geringer als vorher war. Kommt es zum Streit mit dem Fiskus, sollten Betroffene ähnliche Verschlechterungen geltend machen. Ein Gegenwert ist dann nicht entstanden, und es liegt eine außergewöhnliche Belastung vor.

Veröffentlicht am 11. Juli 2008
Autor
experto.de