Immobilienrecht

Augen auf beim Kauf eines Holzhauses!

Augen auf beim Kauf eines Holzhauses!
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geschrieben von experto.de

Was für ein Pech – stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Holzhaus, und im Nachhinein stellt sich der Befall mit Holzbockkäfern heraus. Muss der Verkäufer Ihnen gegenüber dafür haften, selbst wenn im Kaufvertrag die Gewährleistung ausgeschlossen ist? Damit hat sich der Bundesgerichtshof befasst (Urteil v. 19.02.2016, Az. V ZR 216/14).

Schädlinge vor Verkauf bekämpft

Der Käufer argumentierte vor Gericht: Der Verkäufer habe ihm den Befall arglistig verschwiegen. Deshalb habe er ein Recht auf Gewährleistung, obwohl dies laut Kaufvertrag eigentlich ausgeschlossen sein sollte.

Der Verkäufer hielt dagegen: Er habe vor dem Verkauf ein Fachunternehmen mit der Bekämpfung der Schädlinge beauftragt. Und nach dessen Einsatz sei er davon ausgegangen, dass das Ungeziefer ein für alle Mal vernichtet worden sei.

BGH: Kein arglistiges Verschweigen

Der Bundesgerichtshof gab dem Verkäufer recht. Er habe darauf vertrauen dürfen, dass das Ungeziefer erfolgreich bekämpft worden war, zumal die Fachfirma nach ihrem Einsatz schriftlich bestätigt habe, der Befall sei zu 100% beseitigt.

Er habe nicht mit einem erneuten Befall rechnen müssen und war deshalb auch nicht in der Pflicht, den Käufer über den vermeintlich ehemaligen Befall aufzuklären. Entsprechend stünden dem Käufer tatsächlich keine Gewährleistungsrechte zu.

Beweislast liegt beim Käufer

Wie (fast) immer gilt vor Gericht: Die Beweislast liegt bei demjenigen, der einen Anspruch geltend macht. In diesem Fall war es der Käufer. Da er nicht nachweisen konnte, dass dem Verkäufer ein erneuter Befall bekannt war oder dass dieser damit hätte rechnen müssen, zog er den Kürzeren.

Fazit: Beim Immobilienkauf sollten Sie stets einen Fachgutachter hinzuziehen.

Bildnachweis: © Ivan Kruk/123rf.com Lizenzfreie Bilder

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