Was Sie bei einer Umkehrhypothek beachten sollten

Was Sie bei einer Umkehrhypothek beachten sollten

Seit einigen Jahren können Senioren ihre Immobilie effektiv nutzen – dank der Umkehrhypothek. Einige Immokassen sollen dadurch ein gesichertes Alter garantieren. Wie genau dies funktioniert und wo die Risiken liegen, lesen sie hier.

Dass die eigene Immobilie nur dann als Vermögen betrachtet werden kann, wenn man auszieht und selbige verkauft, ist ein weit verbreiteter Trugschluss. Denn zumindest Senioren können die eigene Immobilie vermögenswirksam nutzen, ohne auszuziehen.

Die Umkehrhypothek wird zur Zeit nur von wenigen Immokassen angeboten, unter anderem von der Stiftung Liebenau am Bodensee, der Caritas Krefeld, einzelnen Sparkassen im Rheinland und ab Anfang 2012 auch von der R+V Versicherung über Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Umkehrhypothek besteht aus 2 Varianten

Bei der Umkehrhypothek existieren zwei Varianten. Bei der ersten
gehört die Immobilie weiter dem Besitzer und das Darlehen wird erst bei
Verkauf, Auszug oder Tod zurückgezahlt. Bei der zweiten Variante wird
das Haus verkauft, der Besitzer erhält jedoch eine lebenslange Rente und
lebenslanges Wohnrecht.

Hier ergeben sich die ersten Schwachpunkte,
denn das maximale Darlehen für einen 65-Jährigen liegt bei 15  Prozent
des Immobilienwerts, für einen 80-Jährigen bei 35 Prozent. Nicht
besonders viel, da es aus der Unklarheit resultiert, wie lange der Kunde
leben wird, und wie viel die Immobilie zu seinem Todeszeitpunkt wert
sein wird.

Bei dem zweiten Modell bietet sich jedoch auch ein weiterer
Vorteil. Denn neben der lebenslangen Rente und dem Wohnrecht entfällt
für den Immobilienverkäufer auch die Instandhaltung und damit verbundene
Kosten – gerade für Senioren interessant. Zusätzlich wird bei Verzicht
auf das Wohnrecht und im Todesfall ein eventuell noch vorhandener
Restwert ausgezahlt.

Bei Abschluss einer Umkehrhypothek sollten Sie einiges beachten

Ferner sollten Sie vor Abschluss einer Umkehrhypothek in Erwägung ziehen, ob ein Verkauf über den Markt nicht sinvoller ist, gerade wenn man nicht sentimental an die Immobilie gebunden ist. Auch der Wohnort spielt eine Rolle. Die Immokasse macht für viele Regionen keine Angebote, aus Gründen des demografischen Werteverlustes.

Und nicht zuletzt ist das Alter ein wichtiges Kriterium, denn je jünger man bei Abschluss einer Umkehrhypothek ist, umso niedriger fällt die gezahlte Rente aus, da der Anbieter mit einer langen Rentenphase rechnet. [mv]

Veröffentlicht am 2. Januar 2012