Immobilie als Anlage

Diese Tücken lauern bei der Baufinanzierung mittels Bausparvertrag

Diese Tücken lauern bei der Baufinanzierung mittels Bausparvertrag
Farina Fontaine
geschrieben von Farina Fontaine

Ein Bausparvertrag ist zwar nach wie vor eine beliebte Form zur Geldanlage, um eine Immobilie zu finanzieren. Die optimale Baufinanzierung bietet sie allerdings in Anbetracht niedriger Zinsen und intransparenter Verträge nicht. Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel!

Ein Bausparvertrag erscheint zunächst eine vernünftige Methode zur Baufinanzierung. Kapital wird als Eigenkapital angespart und auf Basis dessen wird ein Darlehen vergeben, das der Finanzierung der Immobilie dient.

Das angesparte Kapital bringt Zinsen, das Darlehen wird zu günstigen Konditionen vergeben und der Bausparer hat seine Baufinanzierung gesichert. So weit, so gut! Das Problem bei Bausparverträgen ist allerdings ihre niedrige Verzinsung, sodass der Effekt sich sogar ins Gegenteil verkehrt. Hier hilft nur durchrechnen und abwägen, ob nicht doch von vorneherein ein Annuitätendarlehen besser geeignet ist.

Das Problem mit dem Zins

Bei einem herkömmlichen Annuitätendarlehen tilgen Kreditnehmer direkt von Beginn an ihren Kredit. Ihre Raten bestehen zu einem Teil aus Zins und zu einem anderen Teil aus Tilgung, wodurch die Kreditsumme mit der Zeit geringer wird und dadurch auch die Zinsen sinken.

Bei einem Bausparvertrag tilgen Sparer nicht von Anfang an. Sie sparen ihre Raten an und zahlen einen geringen Zinsanteil pro Monat. Zwar werden die angesparten Raten verzinst, der Zins liegt aber meist unterhalb des zu zahlenden Zinses. Das Ansparen von Beträgen macht daher wenig Sinn, da es aufgrund der fehlenden Tilgung häufig ein Minusgeschäft bedeutet.

Zulagen wirken sich positiv auf einen Bausparvertrag aus

Wer über den Abschluss eines Bausparvertrags nachdenkt, sollte sich diesen Umstand bewusst machen und auf jeden Fall die Zinsen gegeneinander rechnen. Nur wenn ein positiver Effekt errechnet werden kann, macht der Abschluss eines Bausparvertrags Sinn.

Ein Umstand, der sich positiv auf Bausparverträge auswirkt sind verschiedene Zulagen. Durch Extras wie vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers oder Wohnriester kann die monatliche Rate so aufgestockt werden, dass sich ein Bausparvertrag trotz nicht vorhandener Tilgung am Anfang trotzdem lohnt. 

Intransparente Verträge für Verbraucher

Für Verbraucher ist es schwierig, die verschiedenen Bausparangebote zu vergleichen, da die Bausparkassen nicht verpflichtet sind, den gesamten Effektivzins auszuweisen. Dieser muss meist mühselig berechnet werden und ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

Ein weiterer negativer Faktor bei einem Bausparvertrag ist die Abschlussgebühr. Diese wird fällig, sobald ein Bausparvertrag zustande kommt und wird von vielen Anbietern ebenfalls nicht direkt transparent ausgewiesen.

Falls ein Bausparvertrag frühzeitig gekündigt wird, haben Sparer bei manchen Anbietern die Chance, die Abschlussgebühr zurückzufordern. Dieser Umstand ist wenn vertraglich festgehalten und sollte im Kleingedruckten nachgelesen oder beim Berater erfragt werden.

Prüfen Sie eine Baufinanzierung immer genau

Wer unsicher ist, ob ein Bausparvertrag für ihn das richtige ist, der kann auch über das klassische Baufinanzierungsdarlehen gehen. Beide Varianten miteinander zu vergleichen ist in jedem Fall sinnvoll und selbst wenn noch kein Eigenkapital angespart wurde, kann eine Baufinanzierung über einer Bank realisiert werden.

Vorsicht ist in jedem Fall bei unseriösen Vermittlern geboten, die möglichst schnell eine Unterschrift unter den Vertrag bekommen wollen. Lassen Sie sich Zeit, prüfen Sie alle Konditionen genau und lesen Sie gerade auch bei Bausparverträgen das Kleingedruckte. Hier verbergen sich nämlich meist die besonderen Bedingungen wie der Effektivzins und die Höhe der Abschlussgebühr, auf die Sie ein guter Berater von sich aus hinweist.

Mehr zum Thema Baufinanzierung lesen Sie in diesem Artikel!

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