Wohnungskauf: Anlagevermittler muss den Käufer umfassend informieren

Ein Anlagevermittler muss den Käufer einer Eigentumswohnung unaufgefordert auf alle tatsächlichen und rechtlichen Risiken hinweisen. Das entschied das Saarländische Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken in einem Urteil.

So ist nach dem Richterspruch der Käufer – etwa wenn er die Wohnung als Renditeobjekt erwirbt – über alle Tatsachen zu informieren, die einer Modernisierung und einer Mieterhöhung entgegenstehen könnten (Az.: 7 U 533/02-108).

Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Schadensersatzklage einer Wohnungskäuferin gegen einen Anlagevermittler statt. Der Vermittler hatte der Klägerin beim Kauf der Wohnung verschwiegen, dass geplante Modernisierungen von den Mietern ebenso abgelehnt würden wie eine anschließende Mieterhöhung. Als die Klägerin daher ihren kalkulierten Mietpreis nicht erzielen konnte, verlangte sie von dem Vermittler als Schadensersatz wegen Verletzung der Auskunftspflichten die Erstattung des zur Finanzierung aufgenommen Darlehens. Das OLG sprach ihr diesen Anspruch zu. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, sondern liegt wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe vor.
Veröffentlicht am 13. Juli 2008
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