Wohnung gekauft – wichtige Schritte folgen auf den Notartermin

Nach dem Notartermin ist es noch längst nicht getan mit dem Wohnungskauf. Was dann noch ansteht, lesen Sie hier.

Wenn Sie den notariellen Kaufvertrag Ihrer Traumwohnung unterzeichnet haben, können Sie es wahrscheinlich kaum erwarten, die Wohnung zu beziehen oder zu vermieten. Leider dauert es aber bis dahin noch einige Zeit. Der Notar muss noch bedeutende Formalitäten erledigen und der Verkäufer der Wohnung will sein Geld haben.

Nach der Beurkundung schickt der Notar Ihnen eine Abschrift des Kaufvertrags zu. Auch der Verkäufer und das Grundbuchamt erhalten eine solche Abschrift. Gleichzeitig reserviert der Notar die Wohnung für Sie beim Grundbuchamt, indem er beantragt, eine Auflassungsvormerkung zu Ihren Gunsten einzutragen.

Hierdurch wird dem Verkäufer die Möglichkeit genommen, die Wohnung doch noch anderweitig zu veräußern. Sofern Sie den Kauf der Wohnung über einen Kredit Ihrer Bank finanziert haben, wird eine entsprechende Grundschuld ebenfalls in das Grundbuch eingetragen. Um diese Dinge brauchen Sie sich nicht zu kümmern, das erledigt der Notar für Sie.

Erst wenn der Kaufpreis vollständig an den Verkäufer gezahlt wurde, werden Sie als neuer Eigentümer in das Grundbuch eingetragen. In der Regel erhalten Sie dann auch erst die Schlüssel zu der Wohnung.

Übergabe der Wohnung in der Regel erst mit Kaufpreiszahlung

Normalerweise erhalten Sie die Schlüssel zu Ihrer neuen Wohnung erst, wenn der Kaufpreis geflossen ist. Oft sind Wohnungskäufer aber daran interessiert, die Wohnung frühzeitig zu erhalten, etwa wenn noch umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich sind.

Dann müssen Sie die frühzeitige Übergabe mit dem Verkäufer ausdrücklich vereinbaren. Wenden Sie sich diesbezüglich am besten an den Notar. In der Regel müssen Sie dann eine Anzahlung leisten. Außerdem ist es üblich, dass Sie in solchen Fällen eine Erklärung aufsetzen, wonach Sie als Käufer die anfallenden Nebenkosten ab dem Übergabezeitpunkt übernehmen und für alle Schäden haften, die bei der Renovierung entstehen.

Bei Übergabe Protokoll anfertigen

Bei der Wohnungsübergabe wird ein Protokoll angefertigt, in dem die Mängel der Wohnung festgehalten werden. Hierdurch wird der Käufer vor eventuellen Nachforderungen geschützt.

Da Sie ab dem Zeitpunkt der Übergabe die Verbrauchskosten zu tragen haben, ist es wichtig, die aktuellen Zählerstände zu notieren. Nehmen Sie daher die Zählerstände von Gas-, Wasser- und Stromzähler in das Übergabeprotokoll auf und teilen Sie diese dem jeweiligen Versorgungsunternehmen mit. So ist für alle Beteiligten klar, wer welche Kosten zu tragen hat.

In das Übergabeprotokoll nehmen Sie auch auf, wie viele Schlüssel Sie erhalten und zu welchem Schloss die einzelnen Schlüssel gehören. So sparen Sie sich später die lästige Suche nach der richtigen Zuordnung.

Übergabe wichtiger Unterlagen prüfen

Neben den Plänen des Hauses sind auch andere Unterlagen wichtig für Sie. Achten Sie genau auf die Herausgabe des Energieausweises. Diesen benötigen Sie, wenn Sie die Wohnung vermieten möchten. Aber auch, wenn Sie die Wohnung selbst beziehen, ist dieser Ausweis wichtig für Sie, da er Ihnen Auskunft über mögliche energetische Schwächen der Wohnung gibt.

Sofern noch Handwerkerrechnungen existieren, bitten Sie auch um deren Herausgabe. Dann wissen Sie, was gemacht wurde und an wen Sie sich bei weiterem Reparaturbedarf wenden können.

Fazit

Seien Sie auch nach Abschluss des notariellen Kaufvertrags wachsam: Es gibt wichtige Dinge für Sie zu erledigen, bevor Sie Ihre Wohnung nutzen können.

Veröffentlicht am 17. Juli 2016
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Autor
Dr. Tobias Mahlstedt