Hauskauf & Hausverkauf

So nutzen Sie das Bieterverfahren zum Hausverkauf

Eine Immobilie im Bieterverfahren verkaufen – was ist damit gemeint? Hat das Bieterverfahren etwas mit einer Auktion oder Versteigerung zu tun? Was sind die Vorteile beim Bieterverfahren? Wie läuft das Bieterverfahren ab? Häufige Fragen – und hier finden Sie Antworten dazu.

Sie versuchen schon seit längerem, Ihr Haus zu verkaufen – bisher ohne Erfolg? Oder Sie planen den Hausverkauf, aber der Gedanke an die vermutlich lange Vermarktungsdauer gefällt Ihnen überhaupt nicht? Dann könnte eine neue Vermarktungsmethode – das Bieterverfahren – für Sie in Frage kommen. Hier sind Fragen und Antworten zum Bieterverfahren für Immobilien.

Was ist ein Bieterverfahren ?
Das Bieterverfahren ist eine spezielle Preisfindungsmethode für Immobilien. Im Gegensatz zur traditionellen Methode, bei der der Verkäufer den Preis vorgibt, schlägt beim Bieterverfahren der Kaufinteressent den Preis vor. Der Verkäufer kann das Kaufangebot annehmen, ist aber nicht zum Verkauf verpflichtet, wenn der Angebotspreis nicht seinen Vorstellungen entspricht.

Wie läuft das Bieterverfahren ab ?
Zunächst wird der geplante Immobilienverkauf – wie bei der traditionellen Verkaufsmethode – bekannt gemacht.

Es gibt beim Bieterverfahren nur einen einzigen Besichtigungstermin, an dem alle Kaufinteressenten die Immobilie besichtigen können. Bei dieser Gelegenheit erhalten die Interessenten auch ein ausführliches Exposee und ggf. weitere Unterlagen, die sie zur Kaufpreis-Ermittlung benötigen.

Innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Besichtigungstermin – meist zwei bis 4 vier Wochen – ist das Kaufangebot abzugeben. Danach entscheidet der Verkäufer, ob er eines der Angebote annehmen will.

Erfahren überhaupt alle potenziellen Interessenten von dem Bieterverfahren ?
Immobilieninteressenten beobachten normalerweise den Markt genau. Wenn der Immobilienmakler den Besichtigungstermin lange und intensiv genug beworben hat, können Sie sicher sein, dass alle Suchenden wissen, dass Sie Ihre Immobilie im Bieterverfahren anbieten. Reagiert niemand, ist Ihre Immobilie momentan nicht gefragt. Dann hätten Sie aber auch mit einem traditionellen Verkaufsangebot keinen Erfolg.

Was, wenn das Bieterverfahren kein Ergebnis bringt?
Wenn es im Moment keinen Interessenten für Ihre Immobilie gibt, versuchen Sie es in zwei bis drei Monaten erneut. Dann sind wieder neue Interessenten nachgerückt, die Ihre Immobilie noch nicht kennen. Dieser Weg ist wesentlich Erfolg versprechender, als würden Sie Ihr Haus monate- und jahrelang im traditionellen Verfahren anbieten – vielleicht sogar mit regelmäßigen Preisreduktionen. Schnell wäre Ihre Immobilie als "Ladenhüter" bekannt, und den will erst recht niemand haben.

Was sind die Vorteile beim Bieterverfahren ?

  1. Marktfähiger Preis: Beim traditionellen Immobilienverkauf entscheidet der Angebotspreis Ihrer Immobilie gleich zu Beginn über Erfolg oder Misserfolg Ihrer Verkaufsbemühungen. Der Verkaufspreis kann vom Immobilienmakler noch so fundiert ermittelt worden sein – meistens sind die Eigentümer mit dem prognostizierten Erlös unzufrieden und glauben, man könne noch mehr herausholen. Und fast immer werden spätere Käufer versuchen, den Kaufpreis herunterzuhandeln.
    Beim Bieterverfahren werden nur Preise geboten, für die auch eine Zahlungsbereitschaft besteht. Wenn verhandelt wird, dann nur nach oben. Je mehr Interessenten es gibt, um so eher wird sich die Preisspirale aufwärts bewegen. Normalerweise wird Ihre Immobilie im Bieterverfahren also zum marktgerechten Preis verkauft und die Zahlungsbereitschaft der Kaufinteressenten voll ausgeschöpft.
  2. Definierte Zeitdauer: Der Ablauf des Bieterverfahrens ist von Anfang an klar, nur das Ergebnis ist offen. Rechnen Sie etwa mit 12 Wochen Dauer. Idealerweise endet das Bieterverfahren mit dem Kaufvertrag. Gibt es kein Ergebnis, können Sie das Bieterverfahren nach einer Pause wiederholen.
  3. Nur ein Besichtigungstermin: Wer sein Haus auf dem traditionellen Weg verkaufen möchte, muss es jederzeit in einem vorzeigbaren Zustand halten: Pikobello sauber, aufgeräumt und instand gehalten – jede noch so kleine Instandhaltungssünde schreckt Interessenten ab und mindert den Preis.

Beim Bieterverfahren hingegen gibt es nur einen einzigen Besichtigungstermin, und auf diesen Termin können Sie sich wesentlich besser vorbereiten.

Ist das Bieterverfahren nicht so etwas wie eine Zwangsversteigerung?
Nein, das Bieterverfahren ist nicht mit einer Versteigerung oder Auktion gleichzusetzen, denn diese Verfahren enden zwingend mit einem Ergebnis. Beim Bieterverfahren hat der Höchstbieter keinen Anspruch auf den Zuschlag – der Verkäufer ist völlig frei in seiner Entscheidung.

Das Bieterverfahren hat auch nichts mit Zwangsmaßnahmen zu tun. Betrachten Sie das Bieterverfahren eher als eine moderne Preisfindungsmethode für ein exklusives, einzigartiges Gut. Und da drängt sich dann doch wieder der Gedanke an eine Auktion auf – denken Sie an die berühmten Kunstkautionen der Auktionshäuser Sotheby’s oder Christie’s…

Was kostet das Bieterverfahren ?
Ihr Immobilienmakler wird mit Ihnen eine Provision nach den Grundsätzen des qualifizierten Alleinauftrags vereinbaren.

Fazit: Das Bieterverfahren bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Immobilie schnell und zu einem marktgerechten Preis zu verkaufen. Sie gehen dabei kein Risiko ein. Sollte das Bieterverfahren nicht zum gewünschten Ergebnis führen, können Sie es jederzeit wiederholen oder wieder zum traditionellen Verfahren übergehen.

Lesen Sie auch unseren Übersichtsbeitrag zum Thema Hausverkauf: Alles, was Sie über den Immobilien-Verkauf wissen müssen

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Astrid Engel