Immobilienhandel: Vorsicht vor gerissenen Betrügern

Stellen Sie sich vor: Sie haben eine Spitzen-Immobilien in ausgesuchter Lage anzubieten. Ein Interessent meldet sich. Zu Ihrer Überraschung lässt er unverfänglich anklingen, dass ihm der Kaufpreis "zu niedrig" erscheine. Er selbst kenne Kaufinteressenten, die zweifelsohne bereit seien, mehr zu bezahlen.

Wer darauf hereinfällt, erhält ein Immobilien-Wertgutachten, das für Verkaufsgespräche zu verwenden ist. Darin ist ein extrem hoher Preis angesetzt. So hoch, dass jeder gutgläubige Käufer übervorteilt wird.
Der größte Teil des so erzielten Mehrerlöses ist an eine zwischengeschaltete AG oder GmbH zu zahlen. Als Verwendungszweck ist von "Kaufpreisrückführung" oder "Dienstleistungen" die Rede.

Achtung:
Fliegt dieser Betrug auf, können die Immobilienkäufer bis zu 10 Jahre lang Rückabwicklung fordern. Immobilienmakler, die hier mitwirken, können als Mitwisser oder Beihelfer zu einem Betrug haften. Deshalb Finger weg von solchen Machenschaften!

Als Kaufinteressent sollten Sie die Ihnen vorgelegten Bewertungsgutachten stets kritisch hinterfragen. Fragen Sie im Zweifel beim Gutachterausschuss des Landkreises oder der Kommune nach. Generell gilt: Gutachten von nicht öffentlich bestellten Sachverständigen sind grundsätzlich kein verlässlicher Maßstab.

Veröffentlicht am 13. Juli 2008