Hauskauf: Finanzierung durch Bausparen und Energiesparförderung

Hauskauf: Finanzierung durch Bausparen und Energiesparförderung

Wer sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen möchte, braucht vor allem eines: Geld. Ob beim Neubau, bei der Modernisierung oder beim Kauf einer fertigen Immobilie – ohne ein festes, finanzielles Fundament wird der Wohnwunsch nur schwer in Erfüllung gehen. Dabei haben zukünftige Hausbesitzer verschiedene Möglichkeiten, Kapital anzuhäufen.

Wer bei seinem Traumhaus auf Energieeffizienz achtet, darf beim Bausparen mit staatlicher Unterstützung rechnen. Wir zeigen, worauf es bei energetisch effizienten Häusern ankommt.

Bausparen: Ein fester Darlehenszins garantiert die sichere Planung

Beim Bausparen stockt man das Finanzdepot langfristig auf: Zunächst legt man in einem Vertrag die Bausparsumme fest, also den Betrag, der später investiert werden soll. Dann fängt man mit dem Sparen an – meist so lange, bis die Hälfte der Bausparsumme erreicht ist. Dann kann der Bausparer ein Darlehen seiner Bank in Anspruch nehmen. Ein Bausparvertrag sichert dank fester Darlehenszinsen gegen steigende Gebühren ab und erleichtert somit die Planung – ob die Investition erst in fünf, zehn oder 15 Jahren fällig ist.

Im Anschluss an die Bauphase, die Modernisierung oder den Kauf zahlt der Bausparer das Darlehen in regelmäßigen Teilbeträgen zurück. Weitere Informationen zum Ablauf eines Bausparvertrags findet man unter anderem auf der Webseite schwaebisch-hall.de.

Staatliche Förderung: Vorteile vor allem bei energetisch effizienten Häusern

Bausparer können sich auch Unterstützung vom Staat holen. Neben Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie und Riester-Zulage spielt für viele Häuslebauer und -käufer die staatliche Förderung durch Programme der KfW eine große Rolle auf dem Weg zum Eigenheim. Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fokussiert sich auf die Energieeinsparung von Immobilien.

Als Grundlage für die KfW-Förderung dient die Energieeinsparungsverordnung (EnEV). Sie bestimmt, wie viel Energie ein neu errichtetes oder umgebautes Gebäude maximal verbrauchen darf. Für Bausparer gilt: Je mehr Energie eingespart wird, desto höher die Chancen, staatliche Unterstützung bei der Baufinanzierung zu bekommen. Allerdings sind dafür einige Voraussetzungen nötig.

Damit die Energiebilanz stimmt, muss der Jahresprimärenergiebedarf den Bestimmungen der EnEV entsprechen. Dieser Wert gibt an, wie viel Energie gebraucht wird, um den Heizwärme- und Warmwasserbedarf des Hauses zu decken. Der Wärmeverlust durch Fassade, Fenster, Türen und Dächer beeinflusst die Energiebilanz ebenfalls.

Für die notwendige Energieeinsparung muss moderne und effiziente Technik zum Einsatz kommen. Ohne hochwertige Heiz-, Wasser-, Luft- und Kühltechnik können große Mengen Energie bei einem Neubau nicht eingespart werden. Diese Anforderungen sind jedoch auch mit hohen Preisen verbunden – die Kosten für die gesamte Immobilie steigen also mit dem Wunsch nach Energieeinsparung im Sinne der EnEV.

Experten vermuten, dass Bauherren für einen Neubau 2016 acht Prozent mehr zahlen müssen als noch ein Jahr zuvor. Seit 2000 sind die Preise für den Hausbau stetig gestiegen – nicht zuletzt wegen immer neuer Verschärfungen der EnEV.

Je besser die Energieeinsparquote, desto höher die Förderung

Wenn der Jahresprimärenergiebedarf jedoch die vorgeschriebenen Grenzwerte, die in der EnEV festgehalten sind, nicht überschreitet, können Bauherren mit Zuschüssen rechnen. Verbraucht das Haus weniger Energie, als es die EnEV vorschreibt, fördert die KfW den Bau oder die Modernisierungsmaßnahme. Je besser die Energieeinsparquote, desto großzügiger fällt die staatliche Förderung aus.

Dabei werden bestimmte Gebäudestandards bevorzugt unterstützt, weil sie ein hohes Energieeinsparpotenzial besitzen:

  • KfW-Effizienzhaus: Je nach Bezifferung erkennt man, wie viel weniger Energie das Haus im Vergleich zum EnEV-Musterhaus verbraucht. Ein KfW-Effizienzhaus 55 beispielsweise benötigt nur 55 Prozent der vorgeschriebenen Energie.
  • Effizienzhaus Plus: Ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus verbraucht sogar 60 Prozent weniger und erzeugt und speichert zusätzlich eigene Energie. Im besten Fall generiert das Haus durch erneuerbare Technologien mehr Energie, als es selbst benötigt. Die überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist.
  • Passivhaus: Aufgrund eines hohen Wärmedämmniveaus, dichter Bauteile, großen Südfenstern und kleineren Nordfenstern bleibt der Heizwärmebedarf sehr gering. Ein klassisches Heizungssystem ist in einem Passivhaus oft gar nicht nötig.
  • Null-Energiehaus: Wie bei einem Passivhaus ist der Heizwärmebedarf minimal. Zusätzlich gewinnt es die benötigte Energie selbst, zum Beispiel mit Solaranlagen auf dem Dach.
  • Niedrigstenergiehaus: Ab 2021 müssen alle Neubauten so errichtet werden, dass sie eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz aufweisen. Das bedeutet, dass sie kaum Energie benötigen, und wenn, wird sie aus erneuerbaren Quellen selbst hergestellt.

So zählen Hausbauer auf finanzielle Unterstützung

Ohne zugesicherte regelmäßige Überprüfungen durch einen Sachverständigen werden keine Verträge oder Versicherungen abgeschlossen. Sowohl für die KfW als auch für den Bausparvertrag bei einer Bausparkasse ist es deshalb wichtig, den Bau konsequent überwachen zu lassen. Eigenheimbesitzer und Hausbauer müssen modernste Technik einbauen und hochwertige Materialien verwenden – nur so können sie beim Bausparen auf finanzielle Unterstützung durch staatliche Förderprogramme zählen.

Veröffentlicht am 29. März 2016
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