Bei einem Baudenkmal gibt es eine interessante Möglichkeit der Doppelfinanzierung

Während bisher der Trend klar zu Unternehmensneubauten ging, wird mittlerweile immer öfter ein altes Baudenkmal als Firmensitz oder als Wohnhaus entdeckt. Wenn Sie bei einem Baudenkmal die Renovierung finanzieren müssen, gibt es eine interessante Möglichkeit der Doppelförderung. Allerdings müssen Sie aus Ihrem Baudenkmal einen Neubau machen.

Der BFH musste sich in seinem Urteil vom 25.05.2004, Az.VIII R 6/01, mit der Problematik befassen, wie die Abschreibung der zum Teil denkmalgeschützten Gebäude zu ermitteln ist.

Unterschiedliche Abschreibung
Auf Grund der neuen BFH-Entscheidung haben Sie jetzt die Möglichkeit, sowohl die degressive Abschreibung für Neubauten als auchdie erhöhte Absetzung von einem Baudenkmalzeitgleich in Anspruch zu nehmen.

Neubau notwendig
Damit Sie überhaupt die Möglichkeit erhalten, ein Gebäude degressiv abzuschreiben, muss es sich baurechtlich um einen Neubau handeln. Dazu ist es notwendig, dass Sie etwas Neues, bisher nicht Vorhandenes errichten. Da sich aber die Förderung bei einem Baudenkmal auf einen Altbau bezieht, schließt sich eine gleichzeitige Förderung von Alt- und Neubau eigentlich aus.

Auf die Gestaltung kommt es an
So kommen Sie in den Genuss der Doppelförderung:

  • Achten Sie bei einem Baudenkmal darauf, dass sich der Denkmalschutz nicht auf das gesamte Gebäude, sondern nur auf die Außenfassade bezieht.
  • Führen Sie eine umfassende Innensanierung durch. Denn nur dann entsteht baurechtlich ein neues Gebäude.
  • Eine komplette Entkernung des Gebäudes mit Anschließendem Neueinbau von Elektro-, Heizungs- und Sanitäranlagen und dem Versetzen von Wänden führt immer zu einem Neubau.
  • Die Renovierung von Elektro- und Sanitäreinrichtungen reicht für sich nicht aus, damit das Finanzamt Ihr Baudenkmal auch als Neubau sieht.

Tipp:
In welcher Höhe die Anschaffungskosten auf den Grund und Boden und die denkmalgeschützte Außenfassade entfallen, können Sie nur schätzen. Überziehen Sie den Wertansatz für die Außenfassade aber nicht. Denn sonst kann es Ihnen passieren, dass der Fiskus einen Bausachverständigen mit einer genauen Wertermittlung beauftragt.

Abschreibemöglichkeiten bei einem Baudenkmal
Für Ihr Baudenkmal können Sie folgende Abschreibung in Anspruch nehmen:

Jahr%-Satz
1. bis 8.9,00
9. und 10.7,00

Zusätzlich können Sie den neugeschaffenen Gebäudeteil von Ihrem Baudenkmal degressiv mit den folgenden Werten abschreiben:

Jahr%-Satz
1. bis 10.4,00
11. bis 18.2,50
19. bis 50.1,25
Veröffentlicht am 3. Dezember 2004