Immobilien

Grunderwerbsteuer: Möglichkeiten zum Sparen

Grunderwerbsteuer: Möglichkeiten zum Sparen
geschrieben von Michael Konetzny

Die Grunderwerbsteuer wurde in den einzelnen Bundesländern zum Teil kräftig erhöht. Damit kann sich der Immobilienkauf gegenüber den alten Grunderwerbsteuersätzen deutlich verteuern. Es gibt aber auch Möglichkeiten zum Sparen, wie dieser Beitrag verdeutlichen soll.

Zum 1. Oktober 2011 hat NRW seinen Grunderwerbsteuersatz von 3,5 auf 5,0 Prozent angehoben. Bereits im Vorfeld hatten viele andere Bundesländer ihre Grunderwerbsteuern teils kräftig erhöht. Es gibt aber Möglichkeiten, bei der Grunderwerbsteuer zu sparen.

Grunderwerbsteuer im Vergleich
Durch die Erhöhung der Grunderwerbsteuer ist der Immobilienkauf deutlich teurer geworden. So beträgt zum Beispiel die Grunderwerbsteuer in Köln für ein Einfamilienhaus (Kaufpreis 350.000 Euro) ab dem 1.10.2011 17.500 Euro (vorher 12.250 Euro).

Beim Kauf einer entsprechenden Immobilie haben Sie in der Regel keine Möglichkeit, an der Grunderwerbsteuer zu sparen. Ähnlich sieht es in den anderen Bundesländern aus, wie der folgende Vergleich zeigt:

  • Grunderwerbsteuersatz in Berlin [ab 01.01.2007] 4,5 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Brandenburg [ab 01.01.2011] 5,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Bremen [ab 01.01.2011] 4,5 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Hamburg [ab 01.01.2009] 4,5 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Niedersachsen [ab 01.01.2011] 4,5 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Nordrhein-Westfalen [ab 01.10.2011] 5,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Rheinland-Pfalz [ab 01.03.2012] 5,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Saarland [ab 01.01.2011] 4,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Sachsen-Anhalt [ab 01.03.2010] 4,5 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Schleswig-Holstein [ab 01.01.2012] 5,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in Thüringen [ab 07.04.2011] 5,0 %
  • Grunderwerbsteuersatz in den übrigen Bundesländern 3,5 %

Bei der Grunderwerbsteuer sparen
Die Grunderwerbsteuer entsteht durch den Abschluss eines notariell beurkundeten Kaufvertrags. Bei einer Erhöhung der Grunderwerbsteuer haben Sie kaum Möglichkeiten zum Sparen oder den zusätzlichen Ausgaben entgegenzuwirken, denn ein Ausweichen in ein Bundesland mit geringeren Grunderwerbsteuersätzen dürfte nur in sehr seltenen Fällen möglich sein.

Grunderwerbsteuer sparen beim Kauf
Grunderwerbsteuer wird im Regelfall vom kompletten Kaufpreis berechnet. Hierzu gehört bei einer Eigentumswohnung nicht nur die Wohnung selbst, sondern auch ein Teil des Grundstücks, auf dem das Haus steht. Beim Kauf einer ETW oder eines Hauses haben Sie daher kaum Möglichkeiten, bei der Grunderwerbsteuer zu sparen. Eine Sparmöglichkeit besteht bei der Grunderwerbsteuer allerdings dann, wenn das Haus selbst gebaut wird.

Nur das Grundstück kaufen
Wer sein Traumhaus noch bauen möchte, der hat eine interessante Möglichkeit, bei der Grunderwerbsteuer zu sparen. Wird das Grundstück von Verkäufer A gekauft und das Haus von der Firma B gebaut, so wird die Grunderwerbsteuer nur vom Grundstückspreis berechnet. Da der Kaufpreis für das Haus nicht mit Grunderwerbsteuer belastet wird, lassen sich so einige Tausend Euro sparen.

Eine weitere Sparmöglichkeit
Eine weitere Möglichkeit, um bei der Grunderwerbsteuer zu sparen, liegt darin, beim Bau des Hauses zahlreiche Gewerke aus dem Kaufpreis herauszunehmen und separat abzurechnen. Da beispielsweise die Traum-Badeinrichtung nicht unbedingt zum Kaufpreis des Hauses gehören muss, sondern durchaus auch durch andere Firmen realisiert werden kann, können Sie so ebenfalls bei der Grunderwerbsteuer sparen.

Tipp: Immobilienkäufer sollten nicht nur bei der Grunderwerbsteuer sparen, sondern jede Sparmöglichkeit nutzen. Dazu gehört auch, die Konditionen der Kreditinstitute genau zu vergleichen. Im Vergleich zum klassischen Hypothekendarlehen können unter Umständen Kombikredite deutlich günstiger sein.

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Michael Konetzny

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