Immobilien

Finanzstark ins Eigenheim: Verschiedene Möglichkeiten der Baufinanzierung im Vergleich

Das Eigenheim ist für die meisten Menschen ein Traum, den sie sich im Laufe ihres Lebens einmal erfüllen möchten. Schließlich bedeutet eine eigene Immobilie nicht nur Unabhängigkeit, sondern stellt auch eine sichere und belastbare Altersvorsorge dar. Gerade im Hinblick auf Bankenkrisen, instabile Finanzmärkte und Inflation repräsentiert eine Immobilie heute eine der krisensichersten Wertanlagen überhaupt. Besonders in der Lebensphase der Familiengründung ist der Bau oder der Erwerb einer eigenen Immobilie deshalb für viele der nächste logische Schritt zur Absicherung der gemeinsamen Zukunft. Mit einer soliden Planung kann der Traum vom Eigenheim verwirklicht werden.

1. Die Baufinanzierung auf ein solides Fundament stellen

Wenn die Planung des Eigenheims konkreter wird, steht neben der Formulierung konkreter Vorstellungen und Wünsche selbstverständlich die Baufinanzierung im Mittelpunkt des Interesses. Schließlich bedeutet der Bau oder der Erwerb eines Eigenheims in der Regel die größte finanzielle Belastung, die sich im Laufe eines Lebens einstellt.

Die Baufinanzierung sollte deshalb von Anfang an auf ein solides Fundament gestellt werden, um die Belastung auch über einen längeren Zeitraum hinweg tragen zu können.

Zwar ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die monatliche Belastung durch den Bau oder den Erwerb einer Immobilie nicht wesentlich über dem Betrag der dadurch eingesparten Miete liegt, eine realistische finanzielle Vorausplanung ist aber dennoch essentiell.

Dabei sollen auch unvorhergesehene Entwicklungen wie beispielsweise der Verlust eines Einkommens oder weitere finanzielle Belastungen größeren Umfanges berücksichtigt werden. Nur wenn die Baufinanzierung allen positiven und negativen Veränderungen im Leben standhält, steht sie von Anfang an auf einem soliden Fundament.

2. Baugeld generieren: Möglichkeiten der Baufinanzierung

Wer sich für den Bau oder den Erwerb einer Immobilie entscheidet, verfügt nur selten über ausreichende Rücklagen, um sämtliche dadurch entstehenden Verbindlichkeiten aus vorhandenem Eigenkapital zu bestreiten. Das Eigenheim ist deshalb der häufigste Anlass, um die Möglichkeiten einer Finanzierung über Fremdkapital in Anspruch zu nehmen.

Dabei können Bauherren und Kaufinteressierte auf verschiedene Varianten der Baufinanzierung zurückgreifen. Banken und Kreditinstitute aber auch Versicherer bieten verschiedene Finanzierungsmodelle an, die meist auf unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen fußen.

Das Grundkonzept und die Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten zur Baufinanzierung sollen im Folgenden näher beleuchtet werden:

2.1. Das Annuitäten-Darlehen

Eine der klassischsten und am häufigsten gewählten Möglichkeiten der Baufinanzierung ist das so genannte Annuitäten-Darlehen, der klassische Immobilienkredit. Bei einem Annuitäten-Darlehen wird dem Kreditnehmer eine bestimmte Summe an Kapital zur Verfügung gestellt, das er im Anschluss in gleichbleibenden monatlichen Raten mit einem festen Zinssatz zurückzahlt.

Dabei wird eine Jahresrate über den gesamten Rückzahlungszeitraum festgelegt, die anschließend in zwölf identische monatliche Raten heruntergebrochen wird. Die Jahresrate ist die so genannte Annuität, die jährliche Belastung, die sich aus der anteiligen Tilgung des zur Verfügung gestellten Gesamtkapitals und dem aktuell gültigen Kreditzins zusammensetzt.

Finanzstark ins Eigenheim: Verschiedene Möglichkeiten der Baufinanzierung im Vergleich

Das Annuitäten-Darlehen wird häufig zur Finanzierung einer Immobilie herangezogen. © Marco2811 – Fotolia.com

Der Kreditzins entspricht immer dem Marktzinsniveau, das sich aus Angebot und Nachfrage ergibt. Grundsätzlich kann eine Bank oder ein Kreditinstitut den Kreditzins in einem gewissen gesetzlichen Rahmen selbst festlegen. Da Kunden aber dazu tendieren, einen möglichst geringen Zinssatz für ihr Darlehen in Anspruch zu nehmen, reguliert der Markt die unterschiedlichen Zinsniveaus einzelner Banken und Kreditinstitute meist ganz automatisch.

Der so festgelegte Nominalzins ist für den Kreditnehmer der wesentliche Richtwert für die Berechnung der monatlich auf ihn zukommenden Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Annuitäten-Darlehen. Der Nominalzins bestimmt damit die monatliche Rate beziehungsweise den gesamten Tilgungszeitraum, über den sich die Rückzahlung des Darlehens erstrecken wird.

Dem gegenüber steht der so genannte effektive Jahreszins. Dieser ergänzt den Nominalzins zusätzlich um Kosten wie Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsgebühren und Disagio, die mit dem Annuitäten-Darlehen für die Bank entstehen. Damit bildet der effektive Jahreszins die tatsächlichen Kosten ab, die der Kreditnehmer für das Darlehen decken muss.

Weiterführende Informationen rund um das Thema Kreditzinsberechnung sind in einem Ratgeber von Aktuelle Bauzinsen zusammengestellt. Ein großer Vorteil des Annuitäten-Darlehens liegt darin, dass die monatliche Belastung und der gesamte Tilgungszeitraum zu Beginn feststehen und gut einkalkuliert werden können.

Im Laufe der Jahre bleibt die monatliche Rate zwar gleich, der Zinsanteil verringert sich allerdings kontinuierlich zu Gunsten des Tilgungsanteils, wodurch die Tilgung mit fortschreitender Dauer immer schneller voranschreitet.

Wichtige Gesetzesänderung für Eigenheimbesitzer und solche, die es noch werden möchten:

Üblicherweise wird ein Annuitäten-Darlehen von einer Bank oder einem Kreditinstitut zur Verfügung gestellt. Die eigene Hausbank ist meist der erste Ansprechpartner, wenn es um die Beantragung einer Finanzierung geht. Der Kreditnehmer muss hierzu allerdings einige Voraussetzungen seiner Bonität betreffend erfüllen.

So verlangt die Bank beispielsweise in der Regel die Offenlegung aller Vermögenswerte, der festen Einkünfte und eine Schufa-Auskunft, bevor sie ein Darlehen bewilligt. Neben einem festen Einkommen, das Grund zu der Annahme gibt, dass die festgelegten Raten für die Rückzahlung regelmäßig und zuverlässig bedient werden können, verlangen Banken und Kreditinstitute häufig auch weitere Sicherheiten in Form einer Lebensversicherung oder Vermögenswerten.

Erst nachdem die Bonität eingehend geprüft wurde, genehmigt ein Kreditgeber in der Regel das beantragte Annuitäten-Darlehen. Für den Kreditnehmer ist zwar die Hausbank meist die erste Anlaufstelle für die Beantragung, trotzdem lohnt es sich, im Vorfeld alle Konditionen sorgfältig zu vergleichen. Schließlich soll die Finanzierung des Eigenheims auch langfristig leistbar sein und sich auch unvorhergesehenen Veränderungen im Leben anpassen können.

2.2. Der KfW-Kredit

Die Baufinanzierung über einen KfW-Kredit ist eine sehr lukrative Möglichkeit der staatlichen Förderung. Der KfW-Kredit überzeugt durch äußerst geringe Kreditzinsen und bietet Bauherren gleichzeitig meist die Möglichkeit, zu Beginn der Laufzeit mehrere tilgungsfreie Jahre in Anspruch zu nehmen, in denen die Rückzahlung des gewährten Darlehens ruht. Damit ist der KfW-Kredit ein sehr lohnendes Finanzierungsmodell.

Allerdings kann er nicht immer in Anspruch genommen werden, sondern unterliegt bestimmten Grundvoraussetzungen, unter denen der Staat eine Förderung des Bauvorhabens durch ein Darlehen der KfW-Bank  für gerechtfertigt hält.

Für folgende Bauprojekte kann in den meisten Fällen ein günstiger KfW-Kredit in Anspruch genommen werden:

Der Bau eines KfW-Effizienzhauses

Erneuerbare Energien und die effiziente Nutzung von Energien liegen dem Gesetzgeber in Deutschland seit einigen Jahren besonders am Herzen. Deshalb werden Entwicklungen und Umsetzung in diesem Bereich besonders stark staatlich gefördert. Mit dem KfW-Energieeffizienzhaus haben Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Deutschen Energie-Agentur GmbH einen Qualitätsstandard entwickelt, der ganz im Zeichen von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien steht.

Dieser Standard legt fest, dass ein Haus, das nach den neuen Energieeffizienzrichtlinien erbaut wird, maximal 70 Prozent des Energieumsatzes eines nicht nach diesem Standard erbauten Hauses aufweisen darf. Eine staatliche Förderung für energieeffizientes Bauen wird übrigens auch gewährt, wenn kein standardisiertes KfW-Effizienzhaus errichtet wird. Art und Umfang der Förderung richten sich dann nach der Energieeffizienzklasse des Bauvorhabens.

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Der KfW-Kredit setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. © mopsgrafik – Fotolia.com

Die energieeffiziente Sanierung von Bestandsbauten

Nicht nur Neubauten können durch die staatliche Förderung eines KfW-Kredites unterstützt werden. Auch Bestandsbauten oder einzelne Wohnungen haben Anspruch auf staatliche Förderung, sofern das zur Verfügung gestellte Kapital verwendet wird, um das Gebäude nach neuesten Energieeffizienzrichtlinien zu sanieren.

Pro Wohneinheit können dabei maximal 50.000 Euro in Form eines zinsgünstigen Darlehens in Anspruch genommen werden. Hauseigentümer, die ihr Eigenheim zum Energieeffizienzhaus umbauen lassen möchten, können sogar ein Darlehen in höhe von maximal 75.000 Euro erhalten.

Darüber hinaus können Hauseigentümer einen staatlichen Tilgungszuschuss für die ersten zehn Jahre der Kreditlaufzeit in Anspruch nehmen. In den ersten Jahren gestaltet sich ein Darlehen von der KfW-Bank also ganz besonders günstig.

Die energieeffiziente Sanierung von Bestandsbauten umfasst nach Vorgaben des Gesetzgebers vor allem die Erneuerung von Fenstern und Türen nach modernsten Energiestandards sowie den Einbau energieeffizienterer Heizungs- und Lüftungsanlagen, die den Energiebedarf im gesamten Haus merklich senken. Auch eine moderne Dämmung der gesamten Außenfassade gilt im Rahmen des KfW-Kredites als förderungsfähig.

Die Voraussetzung für eine staatliche Förderung ist allerdings, dass der Bauherr, die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen in Kooperation mit einem Energieberater umsetzt. Dieser muss die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien für Energieeffizienzhäuser gegenüber dem Kreditgeber bestätigen.

Darüber hinaus können auch weitere Sanierungsmaßnahmen staatlich gefördert werden. Informationen darüber, für welche Umbaumaßnahmen dies gilt und in welcher Höhe eine Förderung in Anspruch genommen werden kann, stellt die KfW-Bank zur Verfügung.

Der altersgerechte Umbau von Bestandsbauten

Neben der energieeffizienten Sanierung kann auch der altersgerechte Umbau von Bestandsbauten staatlich gefördert werden. Dies gilt für alle baulichen Maßnahmen im Bereich altersgerechtes und barrierefreies Wohnen. Bauherren können hierfür ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von maximal 50.000 Euro in Anspruch nehmen.

Der große Vorteil dieser staatlichen Förderung liegt darin, dass sie nicht nur Eigentümern zur Verfügung steht, sondern auch Mietern einer Wohneinheit, die diese altersgerecht umbauen lassen möchten. Voraussetzung hierfür ist lediglich die Zustimmung des Besitzers der Wohneinheit. Ausgeschlossen ist die staatliche Förderung allerdings für den altersgerechten Umbau von Ferien- oder Wochenendhäusern sowie für gewerblich genutzte Immobilien.

2.3. Der Bausparvertrag

Ein weiterer Klassiker der Baufinanzierung ist der Bausparvertrag. Mit dem Bausparvertrag spart der Bauherr bereits einige Zeit vor der Umsetzung des Bauvorhabens durch regelmäßige Zahlungen an eine Bausparkasse Eigenkapital an, das später in Kombination mit einem weiterführenden Darlehen für den Hausbau oder den Hauskauf zur Verfügung gestellt wird, sobald ein vorher festgelegtes Mindestguthaben auf dem Bausparvertrag angesammelt wurde.

Häufig beträgt das Verhältnis zwischen dem anzusparenden Guthaben und dem gewährten Darlehen 50 zu 50 oder zumindest 40 zu 60. Das Guthaben aus dem Bausparvertrag wird dabei mit einem relativ hohen und damit sehr attraktiven Satz verzinst. Der Zinssatz für einen Bausparvertrag kann je nach Bausparkasse und Vertragskonzept zwischen einem und vier Prozent liegen. In seltenen Fällen geht ein Zinssatz sogar noch darüber hinaus.

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Mit dem Bausparvertrag planbar ins Eigenheim. © drubig-photo – Fotolia.com

Durch die langfristige Einzahlung in den Bausparvertrag hat der Bauherr gleichzeitig bereits den Anspruch auf ein besonders zinsgünstiges Darlehen erwirkt, das in der Regel gemeinsam mit dem Guthaben aus dem Bausparvertrag zur Verfügung gestellt wird. Der Zinssatz für das später zu gewährende Darlehen wird bereits mit Abschlus2.3s des Bausparvertrages festgelegt und darf sich auch während einer längeren Laufzeit nicht erhöhen.

Ein Zinssatz zwischen zwei und fünf Prozent ist dabei üblich und liegt damit in der Regel deutlich unter dem üblichen Satz für Kreditzinsen. Eigenkapital und Darlehen aus dem Bausparvertrag müssen dabei nicht zwingend für den Bau eines Eigenheimes aufgewendet werden. Auch der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung können auf diese Weise finanziert werden.

Die meisten Bausparverträge enthalten darüber hinaus Zusatzklauseln, nach denen der Bausparvertrag auch im Rahmen gewisser Vorgaben für andere finanzielle Belastungen aufgewendet werden kann.

Ein großer Vorteil des Bausparvertrags ist neben den günstigen Zinskonditionen auch die staatliche Förderung, auf die ein Anspruch besteht. Werden vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers nämlich in einen Bausparvertrag eingezahlt, übernimmt der Staat die ausstehende Arbeitnehmerzulage der vermögenswirksamen Leistungen.

Darüber hinaus können Bausparer häufig für ihr Bauvorhaben eine zusätzliche staatliche Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen.

2.4. Die Lebensversicherung

Eine Baufinanzierung mit besonders geringer monatlicher Belastung ist die Lebensversicherung. Bei diesem Finanzierungskonzept wird ein Baukredit mit einer Lebensversicherung mit Kapitalbaustein verknüpft. In die Lebensversicherung zahlt der Versicherungsnehmer bereits einige Jahre vor dem Bauvorhaben einen regelmäßigen Versicherungsbeitrag ein. Dieser Versicherungsbeitrag setzt sich aus einem Risikoanteil für den Todesfall und einem Kapitalbaustein zusammen.

Die Höhe des Kapitalbausteins kann dabei je nach Versicherer flexibel vereinbart werden. Je höher der Kapitalbaustein gewählt wird, desto höher fällt das angesparte Eigenkapital zum Zuteilungszeitpunt aus.

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Eine Kapital-Lebensversicherung ist eine Möglichkeit der Baufinanzierung. © Marco2811 – Fotolia.com

Bei einer Lebensversicherung wird der Kapitalanteil des Versicherungsbeitrags meist mit einem attraktiven Zinssatz verzinst. Das Risiko eines Kapitalverlustes ist bei einer Kapitallebensversicherung äußerst gering, da der Versicherer das angesparte Kapital in der Regel in festverzinsliche Wertpapiere und Immobilienfonds investiert.

Wird der Bau oder der Erwerb eines Eigenheims angestrebt, kann das dafür erforderliche Darlehen mit der Lebensversicherung kombiniert werden. Für die Laufzeit des Darlehens leistet der Bauherr monatlich nur die Zinszahlung. Die Tilgung wird bei dieser Form der Baufinanzierung nicht in Form einer Tilgungsrate vorgenommen, sondern zum Auszahlungszeitraum der Lebensversicherung in einem Betrag mit dem Kapital der Lebensversicherung abgegolten.

Der Kapitalbaustein der Lebensversicherung sollte dementsprechend kalkuliert werden, damit das Kapital zum Zuteilungszeitpunkt den Kreditrahmen des Darlehens auch ausfüllen kann. Der Nachteil einer Baufinanzierung mithilfe einer Lebensversicherung liegt darin, dass das Kapital der Lebensversicherung in der Darlehenstilgung aufgeht und als solches nicht mehr zur Verfügung steht, um im Alter eine potentielle Versorgungslücke zu schließen.

Dieser Fakt sollte deshalb bereits frühzeitig berücksichtigt werden, damit gegebenenfalls weitere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge ausgeschöpft werden können.

2.5. Der Wohn-Riester

Mit dem Wohn-Riester steht Bauherren eine weitere Möglichkeit der Baufinanzierung mit staatlicher Förderung zur Verfügung. Dadurch kann für den Bau oder den Erwerb einer Immobilie ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden und zusätzlich können Bauherren oder Kaufinteressierte steuerliche Vergünstigungen ausschöpfen. Die staatliche Förderung dieser Baufinanzierung beruht auf der Tatsache, dass der deutsche Staat den Erwerb von Immobilien als Altersvorsorge möglichst umfassend fördern möchte.

Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, um sich in Zeiten der immer weiter sinkenden Rentenansprüche nicht auf den gesetzlichen Rentenanteil zu verlassen, sondern zusätzlich eine private Altersvorsorge anzustreben. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass der deutsche Gesetzgeber mit dem Wohn-Riester nur den Erwerb eines selbst genutzten Eigenheimes fördert. Der Bau oder Kauf einer Wohnung oder eines Hauses zur Vermietung sowie von Ferienhäusern und –wohnungen kann mithilfe des Wohn-Riesters nicht finanziert werden.

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Der Wohn-Riester bietet besonders viele staatliche Förderungsmöglichkeiten. © Marco2811 – Fotolia.com

Wichtige Gesetzesänderung für Eigenheimbesitzer und solche, die es noch werden möchten:

Während bei der Einführung des Produktes
noch festgelegt war, dass das genutzte Eigenheim sich auf deutschem Boden
befinden muss, hat eine Gesetzesänderung im September 2009 jetzt dazu geführt,
dass auch eine selbst genutzte Immobilie auf dem Gebiet der Europäischen Union
durch den Wohn-Riester gefördert werden kann.

Während bei der Einführung des Produktes noch festgelegt war, dass das genutzte Eigenheim sich auf deutschem Boden befinden muss, hat eine Gesetzesänderung im September 2009 jetzt dazu geführt, dass auch eine selbst genutzte Immobilie auf dem Gebiet der Europäischen Union durch den Wohn-Riester gefördert werden kann.

Den Wohn-Riester können alle Arbeitnehmer in Anspruch nehmen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind. Immobilien, die vor dem 1. Januar 2008 erbaut oder käuflich erworben wurden, können allerdings aufgrund der erst später eingeführten Gesetzesänderung nicht über einen Wohn-Riester finanziert werden.

Dies gilt auch für Zusatztilgungen im Rahmen eines bereits bestehenden Darlehens und andere Formen der Entschuldung. Wer einen Wohn-Riester in Anspruch nehmen möchte, beantragt diesen in Form eines Darlehens, das Banken und Kreditinstitute aber auch Bausparkassen einräumen können.

Dabei fallen die Konditionen der Bausparkasse in aller Regel etwas günstiger aus, wie ein Vergleich der Stiftung Warentest ergeben hat. Wer einen Baukredit mit einem Wohn-Riester kombinieren möchte, sollte allerdings mindestens über 28 Prozent an Eigenkapital verfügen. Die besten Kreditkonditionen können Bauherren ausschöpfen, die über einen Eigenkapitalanteil von 25 bis 40 Prozent verfügen.

Der vorherige Abschluss eines Riester-Vertrages ist nicht erforderlich. Besteht allerdings bereits eine entsprechende Police, können bis zu 100 Prozent des damit angesparten Kapitals zur Baufinanzierung herangezogen werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das aus dem Riester-Vertrag geleistete Kapital innerhalb eines Jahres in den Bau oder den Kauf einer Immobilie investiert wird.

Die Zuschüsse aus dem Wohn-Riester können sich sehen lassen. Die Grundzulage im Rahmen der Kredittilgung, die der Staat zum Wohn-Riester beisteuert, beträgt jährlich 154 Euro. Darüber hinaus profitieren Familien mit Kindern von weiteren Zuschüssen. So zahlt der Staat für jedes Kind, das vor dem 1. Januar 2008 geboren wurde, weitere 185 Euro jährlich, für jedes Kind, das nach diesem Stichtag geboren wurde, sogar 300 Euro jährlich.

Diese staatliche Zulage kann zur anteiligen Tilgung des gewährten Darlehens aufgewendet werden. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass der über den Wohn-Riester beantragte Kredit die Gesamtsumme eines herkömmlichen Bankkredites nicht überschreiten sollte.

Ist dies der Fall, reicht die Förderung in der Regel nicht mehr aus, um damit einen Teil der Tilgung zu bestreiten, sondern geht vollständig in den Kreditzinsen auf. Die Vorteile der Baufinanzierung über einen Wohn-Riester werden damit merklich geschmälert.

Die Förderbeiträge, die der Staat gewährt, werden auf einem so genannten Wohnförderkonto registriert und müssen mit dem Eintritt in das Rentenalter nachträglich versteuert werden. Im Rahmen eines Wohn-Riesters verpflichtet sich der Bauherr, mindestens vier Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens für die Tilgung des Darlehens aufzuwenden.

Steuerliche Vergünstigungen machen den Wohn-Riester als Variante der Baufinanzierung besonders attraktiv. Bis zu 2.100 Euro der Kredittilgung können als Sonderausgabe von der Steuer abgesetzt werden. 

Ehepaare können sogar 4.200 Euro geltend machen. Damit kombiniert der Wohn-Riester ein zinsgünstiges Darlehen mit staatlichen Zuschüssen und steuerlichen Vergünstigungen und ist somit eine sehr lohnende Variante der Baufinanzierung.

 

Vorteile

Nachteile

Annuitäten-Darlehen

Die monatliche Belastung bleibt während der
gesamten Laufzeit gleich und ist damit planbar.

 

Mit fortschreitender Laufzeit überwiegt die
Tilgung die Zinslast mehr und mehr.

Die Kreditzinsen sind häufig höher als bei
anderen Möglichkeiten der Baufinanzierung.

 

Die Hürden für die Bewilligung eines
Annuitäten-Darlehens können unter Umständen recht hoch sein.

KfW-Kredit

Die Zinssätze für ein Darlehen sind in der Regel
sehr günstig.

 

Die staatliche Tilgungsförderung ermöglicht
häufig bis zu zehn tilgungsfreie Jahre zu Beginn der Laufzeit

Die Bewilligung des KfW-Kredites ist an bestimmte
Voraussetzungen geknüpft und die Fördermöglichkeiten sind sowohl in der Höhe
des Förderbetrags als auch im Hinblick des Verwendungszwecks begrenzt.

Bausparvertrag

Während der Einzahlungsphase erwirkt der Bauherr
einen Anspruch auf einen günstigen und dauerhaft festgelegten Zinssatz.

 

Die Eigenheimzulage im Rahmen der
vermögenswirksamen Leistungen trägt der Staat.

Das erforderliche Eigenkapital, das notwendig
ist, um den Bausparvertrag mit einem Darlehen zu koppeln, liegt höher, als
bei anderen Finanzierungsvarianten.

Lebensversicherung

Die monatliche Belastung beschränkt sich auf den
Versicherungsbeitrag und, in der Rückzahlungsphase eines Darlehens, auf die
Begleichung der Zinsschuld.

 

Das Risiko eines Kapitalverlustes ist durch die
Anlage in festverzinsliche Wertpapiere und Immobilienfonds sehr gering.

Die Lebensversicherung steht nicht zur Verfügung,
um im Alter eine potentielle Versorgungslücke zu schließen. Eine zusätzliche
private Altersvorsorge kann notwendig sein.

 

Die notwendigen finanziellen Aufwendungen für den
Bau oder den Erwerb eines Eigenheimes müssen bereits frühzeitig eingeschätzt
werden, um den Versicherungsbeitrag entsprechend festzulegen.

Wohn-Riester

Der Wohn-Riester wird in Form eines sehr
zinsgünstigen Darlehens gewährt.

 

Das angesparte Eigenkapital aus einem bereits
bestehenden Riester-Vertrag kann bis zu 100 Prozent als Eigenkapital in die
Finanzierung einfließen.

 

Die jährliche Grundzulage und die Kinderzulage
senken die monatliche Belastung durch die Tilgung.

 

Die Tilgungszahlungen können bis zu einem
Höchstbetrag steuerlich geltend gemacht werden.

Die Förderungsbeiträge, die der Staat für den
Wohn-Riester gewährt, müssen im Rentenalter nachträglich versteuert werden.

 

Der Wohn-Riester darf nur für selbst bewohnte
Immobilien innerhalb der Europäischen Union ausgeschöpft werden.

 

Nur Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen
Rentenversicherung versichert sind, können den Wohn-Riester in Anspruch
nehmen.

 

Das mit dem Darlehen kombinierte Eigenkapital
sollte einen Anteil von 25 Prozent nicht unterschreiten.

4. Fazit

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Eigenheim zu bauen oder käuflich zu erwerben, muss bereits im Vorfeld viele Dinge bedenken. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist dabei immer die Finanzierung. Ob Hausbau oder Kauf einer Immobilie – dieser Schritt bringt meist eine enorme finanzielle Belastung mit sich, denn nur selten reicht das zur Verfügung stehende Eigenkapital aus, um alle Verbindlichkeiten bedienen zu können.

Das A und O einer soliden Baufinanzierung ist dabei die langfristige Planbarkeit. Schließlich muss die finanzielle Belastung, die mit der Rückzahlung vom Fremdkapital einhergeht, oft über viele Jahre hinweg tragbar sein.

Für die Finanzierung einer Immobilie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die jeder Bauherr oder Kaufinteressent im Vorfeld kritisch prüfen sollte. Nicht jede Finanzierungsvariante kommt im Hinblick auf die individuelle Lebensplanung in Frage.

Ein Gespräch mit dem Immobilienfachmann der Hausbank oder mit einem unabhängigen Immobilienberater ist ein erster wichtiger Schritt, um die Finanzierung des Eigenheims auf eine solide Basis zu stellen. So verwandelt sich der Traum vom Haus in einen realen Beitrag zur privaten Altersvorsorge.

Quellen:

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.