Das Eigenheim mit einer Lebensversicherung finanzieren

Das Eigenheim mit einer Lebensversicherung finanzieren

Nicht in jedem Fall ist für die eigenen vier Wände ein Hypothekendarlehen erforderlich. Ein Eigenheim lässt sich auch mit einer Lebensversicherung finanzieren. Wie bei allen Finanzierungsvarianten gibt es auch hierbei Vor- und Nachteile.

In den meisten Fällen nimmt man zur Finanzierung der eigenen vier Wände ein Hypothekendarlehen auf. Doch es gibt auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Eine interessante Möglichkeit könnte es sein, dass Eigenheim mit einer Lebensversicherung zu finanzieren.

So finanzieren Sie das Eigenheim mit einer Lebensversicherung

Wenn Sie für die Finanzierung eines Eigenheims eine Lebensversicherung einsetzen wollen sind zwei Dinge erforderlich:

  1. Ein Darlehen in Höhe des gewünschten Finanzierungsbedarfs.
  2. Eine vorhandene oder neue abzuschließende Kapitallebensversicherung in mindestens der gleichen Höhe.

Anders als beim klassischen Hypothekendarlehen zahlen Sie bei einer Finanzierung über eine Lebensversicherung das Darlehen nicht zurück. Die monatliche Rate für das Darlehen enthält somit nur die Zinsen.

Der üblicherweise zu zahlende Tilgungsanteil fließt hingegen in die Lebensversicherung. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit verwendet man dann die Lebensversicherung, um das Darlehen abzulösen.

Lohnt es sich, das Eigenheim mit einer Lebensversicherung zu finanzieren?

Das kommt darauf an. Der Abschluss einer Lebensversicherung ist mit Kosten verbunden. Sie merken dies daran, dass die Rückkaufswerte der Lebensversicherung in den ersten Jahren sehr niedrig sind. Diese Kosten entfallen natürlich, wenn Sie Ihr Eigenheim nicht mit einer Lebensversicherung, sondern klassisch über ein "normales" Hypothekendarlehen finanzieren.

Dafür sind die Darlehenszinsen der Versicherungsgesellschaften häufig günstiger als die Zinsen der Hausbanken. Da wir uns zurzeit allerdings in einer Niedrigzinsphase befinden, fällt dies kaum ins Gewicht.

Meine Empfehlung: Bei niedrigen Zinsen wird es sich häufig nicht lohnen, das Eigenheim über eine neu abzuschließende Lebensversicherung zu finanzieren. Dennoch sollten Sie mit spitzem Bleistift rechnen.

Wie setzt man eine vorhandene Lebensversicherung zur Finanzierung des Eigenheims ein?

Etwas anders sieht es aus, wenn Sie schon eine Lebensversicherung haben und diese auch schon einige Jahre läuft. Wenn schon ein relativ hoher Rückkaufswert vorhanden und die Restlaufzeit nicht mehr allzu lang ist, kann es sich durchaus lohnen, für die Finanzierung Ihres Eigenheims diese Lebensversicherung einzusetzen.

Wenn Sie zur Finanzierung Ihres Eigenheims eine vorhandene Lebensversicherung einsetzen wollen, können Sie die Dauer der Zinsbindung beispielsweise so festlegen, dass das Ende der Zinsbindungsdauer mit dem Vertragsende Ihrer Lebensversicherung identisch ist. Zu diesem Zeitpunkt löst die Lebensversicherung das Darlehen ab, und Sie sind in einem Schritt schuldenfrei.

Meine Empfehlung: Es kann sich lohnen, für die Finanzierung Ihres Eigenheims eine bereits vorhandene Lebensversicherung einzusetzen. Abhängig ist dies vor allem von der Restlaufzeit der Versicherung und der Höhe der Rückkaufswerte.

In der Niedrigzinsphase müssen Sie auch hier wieder mit spitzem Bleistift rechnen. Die Hypothekenzinsen sind zum Teil niedriger als die Zinsen, die Sie von Ihrer Lebensversicherungsgesellschaft bekommen. Auch steuerliche Gesichtspunkte sind zu beachten.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie zur Finanzierung Ihres Eigenheims eine vorhandene Lebensversicherung einsetzen wollen, bitten Sie Ihre Bank, einen Tilgungsplan zu erstellen, aus dem sich die monatliche Belastung ergibt. Unter Berücksichtigung der Lebensversicherungsbeiträge errechnen Sie dann die Gesamtbelastung.

Vergleichsrechnung zur Finanzierung des Eigenheims mit einer Lebensversicherung

Um zu erfahren, ob ein klassisches Hypothekendarlehen günstiger ist als eine Finanzierung des Eigenheims mit einer Lebensversicherung, bitten Sie Ihre Bank ferner, einen Tilgungsplan für ein klassisches Hypothekendarlehen zu erstellen. Achten Sie hierbei auf eine gleichlange Zinsbindungsdauer.

Anschließend können Sie beide Varianten vergleichen und die für Sie beste Lösung auswählen.

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Veröffentlicht am 1. Januar 2012
Autor
Michael Konetzny