Hobby & Freizeit

Sportwetten bald endlich reguliert – was müssen Tipper im Bezug auf ihr Wettportal und Co. beachten?

Lesezeit: 3 Minuten Es ist so weit. Wenn der bisherige Glücksspielstaatsvertrag im nächsten Jahr ausläuft und der neue Vertrag in Kraft tritt, wird das Online-Glücksspiel endlich mit aufgenommen. Das betrifft natürlich auch das Wettgeschäft rund um die Sportwetten. Diese werden nun reguliert, was allgemein zu einigen Änderungen und vermutlichen Einschränkungen führen wird, aber es gibt für Wettfreunde eine Kontrolle aus Deutschland. Aber was bedeutet die Regulierung genau? Dieser Artikel erklärt die Zusammenhänge genauer.

3 min Lesezeit
Sportwetten bald endlich reguliert – was müssen Tipper im Bezug auf ihr Wettportal und Co. beachten?

Sportwetten bald endlich reguliert – was müssen Tipper im Bezug auf ihr Wettportal und Co. beachten?

Lesezeit: 3 Minuten

Welche Änderungen sind geplant?

Die größte Änderung betrifft die Zulassung, also die Lizenzierung in Deutschland. Bislang haben nur einige Wettanbieter eine deutsche Lizenz, die aber wiederum ausschließlich für Schleswig-Holstein gültig ist. Bürger aus den anderen Bundesländern werden daher auf die .com-Seite des Anbieters umgeleitet, die unter der Lizenz von Malta auf EU-Basis läuft. Vor einigen Jahren konnten sich Wettanbieter zwar um eine Lizenz bewerben, doch wurde dieses Verfahren nie vollständig ausgeführt, sodass gar ein Gericht urteilen musste, dass die Lizenzen vergeben werden müssen. Dieser Punkt bei den Änderungen ist also vorteilhaft. Es gibt jedoch weitere Punkte:

  • Einsatzlimit – es soll ein monatliches Einsatzlimit von 1.000 Euro gelten. Der Hintergrund ist der Schutz vor der Spielsucht, wobei das Limit die Verschuldung von Spielern verhindern soll. Aktuell ist jedoch unklar, wie sich das Limit zusammensetzt: Wird nur der jeweilige Account bei Anbieter A berechnet, sodass ein Spieler bei Anbieter B wiederum ans Limit gehen kann? Werden die Beträge zusammengerechnet? Hier stellt sich die Frage nach der Kontrolle und dem Datenschutz.
  • Mehrfachaccounts – sie sollen verhindert werden. Doch auch hier ist die Auslegung nicht fest beschlossen, wobei es schwer vorstellbar ist, dass ein Spieler ausschließlich einen einzigen Account besitzen darf. Während zweite Accounts nicht möglich, könnten Wettfreunde keine Quoten vergleichen. Wahrscheinlicher ist, dass verhindert wird, dass mehrere Accounts gleichzeitig genutzt werden können. Das Wie ist wieder die Frage.
  • Live-Wetten – sie werden verboten oder stark eingeschränkt. Manche möchten sie aufgrund des hohen Suchtpotenzials komplett verbieten, andere nur hinsichtlich der Ereigniswetten einschränken. Kritiker befürchten hingegen, die Einschränkung oder gar das Verbot würde nur dazu führen, dass Spieler sich unkontrollierten Angeboten zuwenden.
  • Sperrdateien – Spieler können sich in eine zentrale Datei eintragen und für das Spiel sperren lassen. Vollständig ist dieser Punkt jedoch nicht geklärt.

Grundsätzlich wird eine Glücksspielbehörde geschaffen, die den Spielbetrieb überwacht und die Sperrdatei verwaltet. Bislang wurden die Änderungen nicht verabschiedet, da die Ministerpräsidenten der Bundesländer sich zuerst auf eine gemeinsamen Weg einigen müssen, da ohne diesen ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen entstünde. Auch muss die Datenschutzkomponente beachtet werden.

Sind die Änderungen sicher?

Ja und nein. Der Zeitplan für das Verfahren ist knapp bemessen, da der neue Glücksspielstaatsvertrag erst aufgesetzt und schließlich verabschiedet werden muss. Aktuell gilt:

  • Sicherheit – dass Änderungen kommen, ist sicher.
  • Unklarheit – eigentlich sollten sich die Ministerpräsidenten der Länder diese Tage zusammensetzen und die erste Lesung und Diskussion über die bisherigen Ausarbeitungen zu führen. Das dürfte angesichts von Corona eher unwahrscheinlich sein, da davon auszugehen ist, dass jeder Ministerpräsident aktuell wichtigere Punkte auf der Agenda hat. Zumal sich die Bundesländer auch bezüglich Corona abstimmen müssen. Eine Verschiebung ist somit denkbar.

Eine große Unsicherheit betrifft das Einzahlungslimit und die Überwachung von Sperrdateien sowie Mehrfachaccounts. Je nach Tiefe der Einschränkung und der Form der Überwachung könnten die Vorschläge gegen die Datenschutzgrundverordnung und den Datenschutz verstoßen. Auch dies weist auch der Sportwettenverband hin, der ebenso die Warnung aussprach, durch ein Verbot von Live-Wetten könnten Wettfreunde in die Arme unseriöser Anbieter gedrängt werden. Genau dies soll eine Lizenzierung aber vermeiden.

Was sollen Tipper bei der Anbieterwahl bedenken?

Viele der Änderungen betreffen tatsächlich nur einen gewissen Anteil an Tippern. Wer hin und wieder mal auf seine Fußballmannschaft tippt, den interessiert kaum ein Einzahlungslimit. Professioneller Tipper haben diesbezüglich ein größeres Problem. Und worauf kommt es an, wenn ein Buchmacher ausgewählt wird? Auf Anbieter.org werden verschiedenen Wettanbieter genauer die Lupe genommen. Dabei sind unter anderem diese Punkte wichtig:

  • Lizenz – aktuell gibt es noch keine deutsche Lizenz für die meisten Bürger, dafür arbeiten die Anbieter mit EU-Lizenzen. Wer direkt einen Buchmacher sucht, der vermutlich auch die deutsche Lizenz erhalten will, der kann sich an die Sportwetten-Anbieter mit einer Lizenz aus Schleswig-Holstein halten. Gespielt werden kann zwar nur auf der .com-Seite, doch ist wahrscheinlich, dass sich diese Anbieter auch lizenzieren lassen.
  • Quoten – grundsätzlich, und zwar vor jedem Tipp, sollten die Quoten beachtet werden. Diese variieren immer wieder und nicht jeder Buchmacher gewichtet gleich. Neben der Tippquote kommt es auf die Auszahlungsquote an. Wie hoch ist diese?
  • Angebot – das Angebot muss zum Tipper passen. Wer Kombitipps machen möchte, der sollte auf einen großen Unterbau achten: Beim Fußball hieße das, dass sich das Wettangebot auch auf die unteren Ligen erstreckt.
  • Zahlungsmöglichkeiten – sie müssen vielseitig sein. Wichtig ist die Auszahlungsmöglichkeiten zu prüfen, denn hier kann es sein, dass die bevorzugten Anbieter nicht angeboten werden.

Grundsätzlich Vorsicht ist bei einem Bonus geboten. Dieser wird mit Bedingungen verknüpft, die für den Erhalt des Bonus zu erfüllen sind. Recht simpel und sicher sind Boni, die schlicht einen Geldbetrag auf die erste Einzahlung (teils mit Mindestsumme) bieten. Übrigens kann jeder Bonus abgelehnt oder schlichtweg ignoriert werden. Es ist niemand verpflichtet, einen Bonusbetrag erst mehrfach umzusetzen.

Bildnachweis: REDPIXEL / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: