Modellbau: Wie Sie die Zugkraft einer Lokomotive ermitteln

Die Zugkraft einer Lokomotive zu ermitteln ist wichtig für einen störungsfreien Betrieb

Für den Fahrdienstleiter einer Modelleisenbahn-Anlage ist es wichtig, die Zugkraft einer Lokomotive zu kennen. Doch genau diese Angabe machen die Hersteller der Lokomotiv-Modelle nur in Ausnahmefällen. Mit dem folgenden Testaufbau können Sie verlässliche Aussagen zur tatsächlichen Zugkraft eines Lokomotiv-Modells machen und vermeiden damit lästige Betriebsprobleme.

Die Kenntnis der Zugkraft vermeidet lästige Störfälle

Als Fahrdienstleiter einer Modelleisenbahnanlage ist es für einen störungsfreien Betrieb durchaus wichtig, die Zugkraft der Triebfahrzeuge richtig einschätzen zu können. Ansonsten kann es insbesondere bei langen Zuggarnituren mit vielen Modellbahn-Waggons und Achsen, bei Strecken mit Steigungen (Rampen) und in engen Kurven oder Gleiswendeln zu Betriebsstörungen kommen.

Die Hersteller der Triebfahrzeuge scheint das bis heute aber eher wenig zu interessieren, denn Angaben zur Zugkraft (engl. pulling force) finden sich nur bei ganz wenigen Modellbahn-Herstellern.

Eine clevere Möglichkeit, die Zugkraft selbst zu messen, besteht in der Benutzung einer entsprechend empfindlichen Federwaage. Aber es gibt noch eine einfache Möglichkeit, um die Zugkraft einer Lokomotive zu messen, die zudem auch ganz unabhängig von der Nenngröße mit allen Modellbahn-Triebfahrzeugen funktioniert:

  1. Verlegen Sie ein gerades und ebenes Gleisstück in der Nenngröße H0, sollte die Länge ca. einen halben Meter betragen. Das Gleisstück endet kurz vor einer Tisch- oder Anlagenkante.
  2. Befestigen Sie am Ende des Gleises an der Tischkante eine leichtgängige Umlenkrolle (Bastlerbedarf, Baumarkt).
  3. Binden Sie an die Kupplung der Lok eine dünne Schnur (z. B. Angelschnur), die Sie über die Umlenkrolle führen. Hängen Sie an das Ende der Schnur einen passenden Behälter, in den Sie Wasser füllen können. Bei der Baugröße H0 ist ein "Messbereich" zwischen 100 und 500 ml passend.
  4. Füllen Sie den Behälter solange mit Wasser auf, bis die Lok mit dem "angekuppelten" Behälter nicht mehr anfahren kann bzw. so stark schleudert, dass kein sicheres Fahrverhalten mehr gegeben ist.
  5. Nun bestimmen Sie das Gewicht des Behälters mit dem eingefüllten Wasser (auslitern), beispielsweise auf einer Küchen- oder Briefwaage. Addieren Sie das Gewicht der Schnur hinzu – fertig.

Sofern es sich bei den Testkandidaten um H0-Modelle handelt, eignet sich für das Gleisstück Ihres Testaufbaus Märklin K-Gleis sehr gut, denn dann können Sie je nachdem, wo Sie die Spannung anlegen, Zwei- und Dreileiter/Mittelleiter-Modelle im selben Versuchsaufbau testen.

Bedenken Sie bei Ihren Messungen allerdings, dass das Ergebnis nur eine gemessene Zugkraft auf einer Ebene darstellt. Für Hobbyisten mit Interesse an Automobil-Modellen wissenswert: Prinzipiell funktioniert dieser Trick nicht nur mit schienengebundenen Fahrzeugen, sondern kann beispielsweise auch für RC-Autos (Funkfernsteuerung) verwendet werden.

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Veröffentlicht am 20. April 2012