Kreativität

Pappmache: Handwerk aus alter Zeit neu entdeckt

Pappmache: Handwerk aus alter Zeit neu entdeckt
geschrieben von Julia Poluliakh

Schon vor tausend von Jahren war die Fertigung von Gegenständen aus Pappmache in Asien verbreitet, doch erst im Mittelalter fand das Pappmache Rezept auch den Weg nach Europa. Bald wurden die zahlreichen Möglichkeiten entdeckt, die Pappmache, je nach Rezept, bereithielt. Der Name „Pappmache“ stammt dabei aus dem Französischen und bedeutet soviel wie „eingestampftes Papier“

Einstige Verwendung von Pappmache

Zunächst wurden aus Pappmache eher kleine Gegenstände gefertigt, beliebt waren vor allem Figuren, entweder für christliche Belange wie Krippenfiguren und Engel, oder Figuren, die nach dem Aberglauben Böses abzuwehren fähig sein sollten. Hexen und Drachen aus Pappmache, selbst Masken, zierten manchen Raum.

Rasch zeigte auch die Praxis, dass durch verschiedene Zugaben zum ursprünglichen Rezept die Eigenschaften des Materials verändert werden konnte. So entstanden, je nach Bedarf und Region, verschiedene Herstellungsmethoden.

Auch wurde die sogenannte Steinpappe entwickelt. Dem Brei aus dem ursprünglichen Pappmache-Rezept wurde reichlich Kreide und Ton beigefügt, und um die Geschmeidigkeit zu erhöhen, auch Leinöl. Steinpappe war dabei die härteste Form des Pappmache, mit dem sogar Dächer gedeckt wurden, da sie ziemlich feuerfest war. S

chließlich wurden auch die Figuren und Gegenstände größer und neue Einsatzmöglichkeiten von Pappmache wurden erkannt. So wurde um 1810 Pappmache für die Spielzeugindustrie entdeckt. In Nürnberg begann man zu dieser Zeit mit der serienmäßigen Produktion von Puppenköpfen, die aus diesem Material gefertigt wurden.

Auch die mexikanischen Pinatas, bei denen es sich um Figuren handelt, die traditionell zum Weihnachtsfest in Mexiko mit Süßigkeiten gefüllt werden und von Kindern zerschlagen werden, bestehen traditionell aus Pappmache.

Wie wird Pappmache heute verwendet?

Das einfachste Pappmache Rezept beinhaltet die Zugabe von Tapetenkleisterpulver. In einem Kübel kommen rund 6 Liter Wasser und viele kleine Zeitungsschnipsel, die im Wasser noch mit einem Pürierstab verfeinert werden. Alles wird sodann abgegossen. Das Pappmache Rezept sieht dazu ein Sieb aus feinsten Maschen oder Stoff vor. Die Masse wird mit dem Pulver zum Anrühren von Tapetenkleister oder fertigem Kleister bis zur gewünschten Konsistenz verknetet.  Aber auch dieses Rezept ist nur eines von vielen.

Auch heute wird professionell mit Pappmache gearbeitet. Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Köpfe für Puppentheater und vieles mehr entsteht aus diesem einfachen Material und wird vertrieben. Schmuckdosen und Wandreliefs aus Pappmache sind begehrt, aber auch Figuren und Deko-Schalen. Viele Künstler arbeiten mit Pappmache nach eigenem Rezept, das zumeist nicht preisgegeben wird. Lebensgroße Skulpturen werden dabei ebenso gefertigt wie Relief-Bilder. Auch eine Pappmache Welt gibt es bereits zu besichtigen, mit lebensgroßen Tigern und Sauriern. Auch diese Künstlerin entwickelte ihr eigenes, geheimes Pappmache Rezept.

Durch sein Ausgangsmaterial ist Pappmache ein sehr billiger Rohstoff, ein Vorteil, der ihn über all die Jahrhunderte beliebt gemacht hat. Durch Experimentieren mit Zutaten entstanden in der Folge die vielen unterschiedlichen Herstellungsverfahren, obwohl das Grundmaterial, Wasser und Papier, stets gleich bleibt. Die Methoden der Herstellung des Werkstoffs unterscheiden sich oft nur durch kleine Beigaben von zusätzlichen Substanzen oder Materialien, und dennoch zeigen die einzelnen Rezepte unterschiedliche Ergebnisse, meist die Konsistenz betreffend.

Basteln mit Pappmache macht großen Spaß und, wer gerne kreativ tätig ist, findet im Internet inzwischen zahlreiche Anbieter von Workshops. Auch in manchen Volkshochschulen finden spezielle Kurse statt, in deren Mittelpunkt die kreative Arbeit mit diesem Werkstoff steht.

Bildnachweis: abasler / stock.adobe.com

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Julia Poluliakh