Kreativität

Aquarellmalerei für Anfänger: Welche Materialien braucht man wirklich?

Aquarellmalerei für Anfänger: Welche Materialien braucht man wirklich?
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Die Aquarellmalerei ist ein spannendes Hobby, denn die Form des Gestaltens mit wasserlöslichen Farben bringt immer wieder überraschende Ergebnisse, die man nur wenig steuern und korrigieren kann.

Wenn Sie abenteuerlustig sind und sich auf die interessanten Techniken des Aquarellierens einlassen möchten, brauchen Sie zunächst nur wenig, aber gutes Material.

Drei Dinge benötigen Sie für die Aquarellmalerei: Farben, Papier und Pinsel. Die Farben sollten von hochwertiger Qualität sein, damit Sie überzeugende Ergebnisse erzielen können und Spaß am Malen haben. Es gibt mehrere Firmen, die bewährtes Material anbieten.

Anhand von Farbtafeln können Sie die jeweilige Farbpalette studieren und Ihre Auswahl treffen. Suchen Sie sich für den Anfang Farben heraus, die möglichst viele Pigmente haben, also gut decken, lichtbeständig sind und sich weiter verarbeiten lassen.

Welche Farben braucht man als Aquarell-Einsteiger?

Wenn Sie keinen kompletten Kasten kaufen möchten, weil Sie nicht sicher sind, ob Sie bei der Aquarellmalerei bleiben werden, legen Sie sich anfangs nur die Grundfarben Gelb, Rot und Blau zu, aus denen Sie fast alle anderen Farben mischen können.

Sie sind in kleinen oder größeren Näpfchen sowie in Tuben erhältlich.  Empfehlenswert sind Kadmiumgelb hell (224), Zinnoberrot (365) und Delftblau (284) der Firma Schmincke oder vergleichbare Produkte der Firmen Windsor & Newton, Lukas, Reeves und White Nights.

Diese Grundfarben sind gut deckend, können wieder angelöst werden und besitzen eine hohe Lichtechtheit. Wenn Sie sich ein wenig eingearbeitet haben, werden Sie Ihre Lieblingsfarben entdecken und können dann entsprechend mehr Blau-, Rot-, Gelb- und andere Farbtöne dazu kaufen.

Auch nicht alle Grüntöne sind leicht zu ermischen, vor allem für Einsteiger. Daher lohnt es sich, einen helleren und einen dunklen Grünton hinzu zu nehmen, z. B. Maigrün (524) und Hookersgrün (521). Zum Mischen können Sie einen alten Teller oder Plastikteller verwenden.

Weitere Farben, die nicht leicht herzustellen sind

Die Grundfarben können Sie solange miteinander vermischen, bis Sie den gewünschten Farbton gefunden haben. Einige Farben wie bestimmte Violett- und Türkistöne lassen sich nicht so einfach herstellen, z. B. Brillant Blauviolett, das gar nicht ermischbar ist, und Kobalttürkis. Wenn Sie diese Farben gern und viel benutzen möchten, sollten Sie diese dazu kaufen.

Vielseitig einsetzbare Farben sind außerdem Indigo für sehr dunkle Mischungen oder um Schatten zu malen, Paynesgrau bläulich für hellere Schatten oder einfarbige Aquarelle, und Titan Deckweiß (101) zum deckenden Aufhellen der anderen Farben oder für helle Lichtpunkte im Bild.

Aquarellpapier darf nicht zu dünn sein

Kaufen Sie sich für den Anfang einen kleinen DIN A5 und einen größeren DIN A4-Block mit Aquarellpapier, das eine Stärke von mindestens 220g/qm haben sollte. Dünneres Papier ist zwar billiger, weicht jedoch zu schnell auf und reißt leicht ein. Je dicker das Papier ist, desto besser saugt es die Farben auf, die dann ohne Probleme weiterbearbeitet werden können.

Aquarellpapier hat noch weitere interessante Eigenschaften. So gibt es unterschiedliche Sorten, deren Oberflächen jeweils anders strukturiert sind. Erhältlich sind relativ glatte Oberflächen, leicht angeraute, stark grobkörnige und diese auch wieder in mehreren Strukturformen. Sie haben einen großen Einfluss auf den Farbauftrag, aber solange Sie noch keine großen Erfahrungen gesammelt haben, ist ein Block mit glattem oder leicht rauem Papier die beste Wahl.

Aquarellpapier kann man auch in günstigeren großen Bögen erwerben und zurechtschneiden. Da es jedoch zum Bemalen auf einer Platte festgeklebt werden muss, ist dies am Anfang vielleicht nicht so praktisch. Blöcke kann man überall hin mitnehmen und sie sind rundherum geleimt, sodass sich das Papier nicht wellen kann.

Welche Pinsel braucht man für die Aquarellmalerei?

Die Pinselauswahl sollte sich nach der Größe der Bildformate richten, die Sie sich ausgesucht haben. Sie brauchen auf jeden Fall verschiedene Rundpinsel mit einer feinen Spitze in guter Qualität. Damit können Sie eigentlich alles malen. Ein dicker Pinsel in Stärke 20, einen mittlerer in Größe 8 und ein feiner Pinsel für Linien und kleine Details in Größe 2 genügen.

Teuer, aber gut sind Pinsel mit Haaren vom Rotmarder (Kolinsky). Sie halten bei guter Pflege ein Leben lang und machen sich daher bezahlt. Diese hochwertigen Pinsel halten eine große Menge an Wasser und Farbe fest und haben eine feine Spitze.

Wer keine Tierhaare verwenden möchte, findet heute auch gute Synthetikpinsel, die vergleichbare Qualitäten besitzen. Auch hier sollten Sie nicht die billigsten Sorten nehmen, da die Haare leicht ausfallen und die Pinsel meist ihre Form nicht behalten.

Hilfreich sind auch ein oder zwei flache Pinsel in der Größe 22 oder breiter, mit denen Sie schnell eine Fläche grundieren können. Je nachdem, für welche Technik Sie sich im Laufe der Zeit begeistern, können Sie dieses Grundmaterial nach Belieben ergänzen.

Bildnachweis: Olesya Karakotsya/123rf.com

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Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.